Magazin – Automobilsport #03

Ein weiteres Nachfolgemagazin der Powerslide ist nunmehr schon in der dritten Ausgabe erhältlich. Neben Curbs also ein weiteres, deutschsprachiges Magazin welches sich dem interessanten Thema „Historischer Motorsport“ annimmt. Ist dem herausgebenden Sportfahrer-Verlag das Erbe gelungen … ?

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Zunächst ein Überblick über die aktuellen Inhalte der Ausgabe #03. Das Titelbild widmet sich der Tourenwagen Europameisterschaft des Jahres 1973 – ein prima Eyecatcher! Im Inhalt wird die Saison mit fast 30 Seiten und verschiedenen Beiträge unterschiedlicher Autoren entsprechend gewürdigt. Sehr beeindruckend! Dazu wird passend der Hinweis auf ein im Februar 2015 erscheinendes Buch zur Tourenwagen Europameisterschaft gegeben. Ein Ausblick auf eine sicherlich interessante Lektüre …

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Eine Rückblick in die Vergangenheit bietet die Serie „Der kleine Junge & der große Motorsport“ von Uwe Mahle. Der nunmehr dritte Teil bietet wieder herrliche Anekdoten aus dem Leben und Wirken von Uwe Mahle. Bemerkenswert ist in diesem Teil  die Auslieferungsfahrt mit Nelson Piquet’s neuem BMW im Jahr 1985. Auch der Einblick in die noch sehr frischen Erfahrungen als Teil vom Media-Staff beim Formel 1-Grand Prix am Nürburgring 2005 ist sehr interessant, hier ist Lesefreude garantiert und viele Schmunzler ebenso. Teil 1 findet sich übrigens in der vorletzten Powerslide-Ausgabe wieder und Teil 2 in der Automobilsport #02. Bedingungslos empfehlenswert!

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Einen großen Bekanntheitsgrad dürfte der Toyota 7 in Europa nicht haben. Der erste Teil eines Berichts über die Hintergründe der Entstehung der Gruppe 7-Rennwagens von Toyota der in Zusammenarbeit mit Yamaha entstanden ist und Sieger des neuen Grand Prixs in Japan werden sollte. Dort hatten die Japaner bislang immer das Nachsehen und nach Datsun/Nissan war Toyota der zweite japanische Hersteller der sich in der Sportwagenwelt einen Namen machen wollte. Interessante Fakten und eine sehr gut aufgeschlüsselte Historie gepaart mit vielen tollen historischen Abbildungen machen den Bericht empfehlenswert. Auf Teil 2 in der nächsten Ausgabe wartet man gespannt …

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15 bunte Porsche Carrera RS 3,0 entstanden 1974 für die erste Saison der International Race of Champions (IROC). Die Idee von Roger Penske zur neuen Rennserie mit absoluten gleichwertigen Material die besten Fahrer der Welt gegeneinander antreten zu lassen war der Schritt zum ersten „Markenpokal“ in der Geschichte von Porsche. In lediglich vier Rennen an zwei Terminen in Riverside und Daytona duellierten sich 12 Fahrer – allerdings zumeist US-Amerikaner. Der Bericht bietet wiederum tolle Aufnahmen und eine hervorragend wiedergegebene Geschichte rund um die Entstehung und die Ereignisse der ersten Saison der IROC-Serie.

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Ein Ausflug zum Goodwood Revival ist für den Holländer Hans Hugenholtz ein Pflichttermin. Und für ein Magazin ist der entstandene Bericht eine sehr kurzweilige Erzählweise eines aufregenden Events. So werden nicht nur die Rennereignisse abgearbeitet sondern Autor Robert Weber heftet sich an die Fersen eben jenes Hans Hugenholtz und deckt interessante Geschichten auf – und davon hat der Sohn des langjährigen Renndirektors von Zandvoort einige zu erzählen. Sein Rennen in Goodwood im eigenen Ford GT 40 wird mit vielen Fotos und wenig Text erzählt, der Rest ist tolle Unterhalung für den Leser.  Die reinen Rennergebnisse der einzelnen Klassen werden aber nicht vermisst, sondern in Tabellen komplett abgedruckt. Zudem werden zahlreiche Impressionen mit beeindruckenden Bilder wiedergegeben.

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Beilage zu jeder Ausgabe von Automobilsport ist ein Poster mit dem jeweiligen Aufmacher des Heftes. So bietet die Ausgabe #03 ein Poster der Ford Capri RS aus der besprochenen Saison der Tourenwagen Europameisterschaft 1973. Die vorherigen Ausgaben boten bereits den Le Mans Sieger von 1971 – ein Martini-Porsche 917 K und den BMW M1 Gruppe 4.

Fazit: Ein beeindruckendes Magazin welches eine tolle Themenauswahl bietet und für viele Fans vom historischen Rennsport unverzichtbar sein wird. Mit einem Preis von 7,80€ je Ausgabe ist das Magazin nicht gerade als günstig zu bezeichnen aber der gebotene Gegenwert ist sehr beeindruckend und empfehlenswert. Sowohl die Texte als auch die Bilder zeigen ein sehr hohes Niveau und unterstreichen den Anspruch des Magazins. Bei Ausgabe #01 nutzte das Magazin sogar eine kompletten Ausgabe um dem Thema „Porsche in Le Mans“ gerecht zu werden, sämtliche Standard-Rubriken wie News, Marktplatz oder internationale Rennberichte wurden ausgelassen. Diese fanden sich dann zum ersten Mal in der Ausgabe #02 wieder und werden sicherlich zumeist ihre Verwendung finden. Das Spezial in Ausgabe #02 war die BMW M1 Procar-Saison 1979 und auch hier bot das Magazin eine tolle Darbietung für den Leser.
Das verwendete Papier und die Verarbeitung sind sehr hochwertig und erhöhen den Eindruck eines Magazin mit erhöhtem Anspruch. Hier und da lässt die Druckqualität ein wenig zu wünschen übrig, aber alles noch im üblichen Rahmen. Das Layout wirkt in sich noch ein wenig ohne klare Linie, hier wird augenscheinlich die Linie der Powerslide weitergelebt und auch umgesetzt – unkonventionell aber keinesfalls schlecht sondern eher überraschend.
Das Magazin erscheint regelmäßig in deutscher als auch in englischer Sprache welches auch den internationalen Anspruch verdeutlicht. Auf die neuen Ausgaben der Automobilsport kann man sich quartalsweise freuen. Alle bisher erschienenen Ausgaben sind noch im Shop von Verlag unter folgendem Link erhältlich: http://www.sportfahrer-zentrale.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: BMW, Sportfahrer Verlag, Marco Rassfeld