Buchbesprechung – Porsche Kremer

„Eine Erfolgsstory 1962 – 2012“ – der Untertitel zeigt direkt auf die lange Tradition von den Kölner Kremer-Brüdern auf. Das Buch, von einem Autorenquartett verfasst, lässt die umfangreiche 50 jährige Geschichte des vornehmlich mit Porsche operierenden Rennstalls Revue passieren.

title_kremer

Das große und schwere Buch lässt schon beim ersten Blick auf viel Inhalt hoffen und beginnt mit zwei Vorworten von Manfred Kremer und Eckhard Schimpf. Dann gliedert sich das Buch in Historie, Technik und Statistik.
Den Anfang macht dann die Aufarbeitung der Geschichte von Kremer. Zunächst werden die Anfänge aufgezeigt und die ersten Gehversuche im Motorsport mit Erwin Kremer am Steuer, schon zu dieser Zeit setzte man auf Fahrzeuge von Porsche. Auch in den anschließend beschriebenen „Schlachten“ gegen das Team von Georg Loos standen die Porsche im Mittelpunkt.

kremer_01

Nachdem die Entwicklung hin zur Gruppe 5 und damit auch die Entwicklung hin zu dem ultimativen Porsche 935 K4 aus dem Jahr 1981 ausführlich kommentiert und mit erfreulich viel Bildmaterial begleitet wird, folgt auch ein Blick auf den Fahrer Bob Wollek der über lange Zeit mit Kremer viele Erfolge einfahren konnte. Schließlich fehlt natürlich nicht der Blick auf den Erfolg in Le Mans im Jahr 1979 mit Klaus Ludwig und den Whittington-Brüdern. Ein Versuch vor dem Start der neu geschaffenen Gruppe C mit einem neu aufgebauten 917 in Le Mans zu gewinnen war leider nicht von Erfolg gekrönt aber die Story ist sehr interessant und der damalige Ansatz vermutlich einzigartig.

kremer_02

Schließlich versuchte sich Kremer auch an der Gruppe C und mit dem eigens entwickelten CK5 konnte man in der ersten Saison durchaus für Beachtung sorgen bevor man doch wieder den Fahrzeugen aus Zuffenhausen vertraute und diese im möglichen Rahmen optimierte. So liefen die letzten Ausbaustufen noch als K8 Spyker bis zum Jahr 1998 erfolgreich auf den Rennstrecken. Im Jahr 1994 wurde man von Honda mit dem Einsatz von drei Honda NSX beauftragt – der Aufbau erfolgte nach Grundlage der damaligen GT2-Klasse. Diese ungewöhnliche Liaison währte jedoch nur ein Jahr in dem man aber immerhin mit Armin Hahne Vizemeister im ADAC GT Cup wurde und beim Einsatz in Le Mans alle Fahrzeuge ins Ziel bringen konnte, wenn auch mit sehr hohem Einsatz der Mechaniker. Bei den letzten Einsätzen unter der von Erwin Kremer war es schließlich ein Lola mit dem auch der letzte Sieg gelang. Seit 2011 ist Kremer wieder aktiv und setzt wieder zwei Porsche 911 in der VLN ein.

kremer_03

Im Technik-Teil wirft das Buch dann einen intensiven Blick auf die Rennwagen die von Kremer eingesetzt wurden und liefert viel Bildmaterial und entsprechende technische Daten zu jedem Fahrzeug. Der Carrera RSK 3.0 war das erste Modell welches durch den Namen konkret auf Kremer aufmerksam machte und sehr tiefgreifende Optimierung gegenüber der Werksversion erfuhr. Als der 935 schließlich vorgestellt wurde hatte Kremer schon das eigen entwickelte Gegenstück K1 parat und das Porsche-Werk war erstaunt über das hohe Potential und Engagement der Kölner Truppe.

kremer_04

Der schon angesprochenen K4 bildete schließlich die letzte Ausbaustufe zum Thema Gruppe 5 und Porsche 935. Hier leistete der Motor über 800 PS und bei seinen wenigen Renneinsätzen konnte er beachtliche Ergebnisse einfahren. Auch die anderen Fahrzeuge wie ein neuaufgebauter 936 und der schon erwähnte 917 werden kompetent und mit viel Liebe zu Detail präsentiert. Auch die Weiterentwicklungen auf Basis des 962 bis hin zum nicht mehr realisierten K9 finden die entsprechende Erwähnung.

Der Statistik-Teil bildet schließlich den Abschluss eines tollen Buchs über eine wichtige Firma in der deutschen Renngeschichte. Hier werden alle Rennen mit entsprechenden Ergebnissen in Tabellenform präsentiert.

Fazit: Ein sehr umfangreiches und vor allem sehr bildgewaltiges Buch über den Kremer-Rennstall aus Köln der sich in erster Linie durch den Einsatz von diversen Porsche-Rennwagen einen internationalen Namen machen konnten.
Die technische Umsetzung des Buches ist absolut perfekt und das Layout ebenso gelungen. Bemerkenswert ist zudem das in einem so umfangreichen Buch den Bildern ausreichend Platz gegönnt wird und viele Bildtafeln mit großen Abbildungen glänzen dürfen.
Das Buch ist komplett gelungen und den aufgerufenen Preis von 89€ absolut wert. Gerade für Fans des Motorsports der 70er und 80er Jahre kommen voll auf Ihrem Geschmack und werden an dem Buch ihre Freude haben.

Bibliografie: Porsche Kremer – Eine Erfolgsstory 1962-2012, Autoren: Erich Kahnt, Michael Thier, Robert Weber, Ulrich Trispel, ca. 400 Seiten, ca. 500 Bilder, 240 x 300 mm, Hardcover, 1. Auflage 2012, 89,00 €, Verlag: Petrolpics, ISBN: 978-3-940306-16-6
Bestellbar beim Verlag unter: www.motorsport-books.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Petrolpics, Marco Rassfeld

One thought on “Buchbesprechung – Porsche Kremer

Comments are closed.