Magazin – CURBS #14

Die neue CURBS ist mittlerweile im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich und bietet zur Hochphase des historischen Motorsports einige tolle Berichte zu den herausragenden Saisonhighlights. Dazu glänzt der Kremer-Porsche 936 mit einer erstklassigen Aufnahme vom Titel und weckt sicher das Interesse zahlreicher Fans.

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Doch zunächst wirft das Magazin einen Blick auf die aktuellen erstklassigen Veranstaltungen und blickt in vielen Berichten mit zahlreichen Bilder zurück. Der Blick geht dabei als erstes zum Grand Prix de Monaco Historie der am 14. und 15. Mai stattfand.  Hier konnten wieder viele Fahrzeuge auf dem legendären Straßenkurs bewegt werden und durchaus ernste Rennen wurden in sechs verschiedenen Klassen ausgefahren. Parallel hierzu fand in Belgien die Spa Classics von Peter Auto statt, bei dem sich vor allem die Rennwagen der Langstrecken-Geschichte einfanden. Auf dem Nürburgring gingen die ADAC 24H Classic ebenso über die Bühne wie die History Trophy. Die Le Mans Classics fanden schließlich am 8. bis 10. Juni statt und boten ein internationales Rennwagenfeld der absoluten Spitzenklasse. Am gleichen Wochenende fand auch die Modena Cento Ore Classic statt. Die Vielfalt an wirklich herausragenden Events zeigte in der nahen Vergangenheit eine große Menge an interessanten Veranstaltungen und die CURBS berichtet von allen. Hier sind tolle Bilder ebenso wiederzufinden wie zumeist gute Texte.

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Der Sieger der diesjährigen Le Mans Classics ist der auf dem Titel schon präsente Porsche 936. Erich Kahnt liefert einmal mehr einen hervorragenden Bericht über einen Rennwagen ab und auch die Bilder können sehr begeistern. Der Text arbeitet mit gründlich recherchierten Fakten die Geschichte des letzten echten 936 komplett auf. Der Porsche 936 wurde für die neue Gruppe 6 in sehr kurzer Zeit entwickelt und griff aus diesem Grund auf viele Komponenten vergangener Modelle zurück. So stammen unter anderem vom 908/3 und 917/10, selbst zwei sehr erfolgreiche Fahrzeuge, einige Bestandteile. Der Erfolg sollte Porsche recht geben und der 936 konnte schnell große Erfolge erzielen. Unter anderem der Sieg beim in Le Mans im ersten Einsatz-Jahr 1976. Das Chassis 936-005 wurde im Jahr 1982 nicht bei Porsche sondern bei Kremer in Köln aufgebaut. Kremer schuf unter Berücksichtigung aller damals verfügbaren Ausbaustufen einen brandneuen 936 für den Einsatz in der Deutschen Rennsportmeisterschaft um gegen den Porsche 936C von Joest anzutreten. Im Laufe des Rennjahres wurden die Gruppe 6-Boliden dann von den neuen Gruppe C-Rennwagen abgelöst. Ein enormer Aufwand für einen vermeintlich kurzen Einsatz. Trotzdem eine faszinierende Geschichte über ein heute immer noch begeisterndes Automobil.

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Der Dortmunder Rennfahrer Klaus Niedzwiedz blickt auf eine lange Renngeschichte zurück und die CURBS zeigt den immer noch aktiven Fahrer im eingehenden Porträt. Seine ersten Rennerfahrung mit einen privaten Mini Cooper S auf dem Nürburgring folgte sein erstes Rennen beim belgischen Löwe im Jahr 1972 in Zolder. Nachdem er sich Mitte der 70er Jahre mit einigen Rennen in diversen Formel-Klassen durchgeschlagen hatte und dabei sehr hohen Einsatz zur Finanzierung aufbringen musste, wurde Ford nach der gewonnenen Meisterschaft im Deutschen Rundstreckenpokal auf Niedzwiedz aufmerksam und förderte ihn. Dieser Erfolg gelang ihm im Jahr 1978 und passenderweise auf einem Ford Capri III 3.0 S. An der Seite von Hans Heyer fuhr er in der Folgesaison beim Zakspeed-Team und ein Jahr später, als Heyer für Lancia fuhr konnte Niedzwiedz den heute legendären Gruppe 5-Capri bewegen. Die Verbindung mit Ford hielt zehn Jahren und brachte Niedzwiedz zwei Vizetitel 1987 in der Tourenwagen-WM und 1989 in der DTM ein. Nach dem Capri folgten einige Sierra und auch der kurze Abstecher von Ford in die Gruppe C durfte Niedzwiedz miterleben. Schließlich folgte in der DTM der Wechsel zu Opel, der aufgrund des leider kaum konkurrenzfähigen Omega aber nicht zum erhofften Erfolg führte. Nach dem Ende der DTM folgten Einsätze in der STW für Honda, Audi und abermals Opel. Ein beeindruckende Rennkarriere – ohne Frage. Niedzwiedz konnte aber auch als TV-Kommentator auftrumpfen und ist heute immer noch sehr aktiv. Dazu passt seine Aussage „Wenn das mit 92 noch geht, fahre ich immer noch.“

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In der Zeit als die gute alte DTM nach Höherem strebte fand zwei Jahre lang auch ein Rennwochenende im finnischen Helsinki statt. Diese sehr ungewöhnliche Location verdanken die sehr euphorischen finnischen Fans Robert Lappalainen und Hans-Jörg Wieck. Der finnische Unternehmer fuhr lange im Scandinavian Special Salon Cup mit einem Chevrolet Camaro Rennen, ehe er in die amerikanische TransAm-Seire wechselte. Hier konnte er im Jahr 1990 gar das Rennen in Phoenix für sich entscheiden. Zum ersten Kontakt des Unternehmers mit dem damaligen Geschäftsführer des ITR kam es beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim im Jahr 1993. Hier präsentierte Lappalainen seine kühnen Plänen für ein Rennen im fernen Helsinki. Erst am 24.12.1994 konnte man sich einigen und der Vertrag wurde bei einem Treffen auf dem Frankfurter Flughafen unterschrieben. Nun musste noch die FIA zustimmen, da mit der ITC eine inzwischen internationale Rennserie unter dem Banner der FIA aus der deutschen DTM entstanden war. Die künstliche Rennstrecke wurde im Hafen von Helsinki wurde mit hohem Aufwand installiert und das erste Rennen im Jahr 1995 wurde zum vollen Erfolg für alle Beteiligten. Die einmalige Atmosphäre und der Eventcharakter prägten das Wochenende und gerne kam man auch im nächsten Jahr nach Helsinki zurück. 1997 startete die FIA GT noch zu einem bis heute letzten Rennen in Helsinki und alle Bestrebungen erneut ein Interessantes Rennen von internationalem Format in Helsinki stattfinden zu lassen schlugen fehl. Diese kurze aber intensive Affäre von Helsinki mit dem Rennsport ist von Autor Christian Reinsch hervorragend geschildert und wird durch die tollen Aufnahmen sehr gut abgerundet.

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Zu diesem nun schon vielen angesprochenen Highlights bietet die Ausgabe #14 der CURBS noch folgendes: Ein Interview mit Clive Chapman, weitere Erläuterungen von Jürgen Barth zur HTP, ein Bericht zu den Youngtimer Rallyes Buten un Binnen und Aller-Weser, die Vorstellung des Diva GT 1300 und sowie zahlreiche News zu diversen Themen rund um das Renngeschehen.

Fazit: Ein prallvolle Ausgabe mit vielen Rennberichten von den zahlreichen Highlights der Saison und den bekannten intensiven Berichten zu Autos und Szene. Die CURBS kann in dieser Ausführung wieder glänzen! Die technische Umsetzung von Layout und auch Druck und Bindung können überzeugen. Das Magazin verbreitet eine große Portion Lesefreude und sollte auf keiner Einkaufsliste von Freunden des historischen Motorsports fehlen!

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Peter Auto, Marco Rassfeld