Magazin – Motor Klassik November 2017

Mit wichtigen Fragen setzt sich das Vorwort der neusten Ausgabe der Motor Klassik auseinander. Denn in Deutschland steht nach wie vor der Diesel in lauter Kritik und durch die vor kurzem stattfindende Wahl stehen Fahrverbote für Besitzer von älteren Dieselfahrzeugen aber auch alten Benzinern im möglichen Fokus. Sollten wirklich Fahrverbote kommen stellt sich die Frage wie umfangreich werden diese dann umgesetzt und betreffen auch diese dann auch Klassiker? Für die Zukunft scheint die Elektromobilität bei vielen im Fokus zu stehen und sowohl Paris als auch London wollen spätestens ab 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zulassen. Aber ist diese Antriebsart wirklich so umweltfreundlich wie angepriesen? Spannender Einstieg in die November-Ausgabe.

Obwohl so langsam aber sicher das Jahr seinem Ende zu steuert, findet sich noch eine delikate Auswahl von englischen Roadster im Magazin wieder. So werden insgesamt fünf Alternativen vorgestellt, die zu jedem Anspruch passen können. Der Start erfolgt mit dem Austin-Healey Sprite, der in den 60er Jahren einer der begehrten kleinen britischen Roadster war und auch heute noch eine lebendige Szene hat. Der kleine Austin stellt die vermutlich günstigste Möglichkeit dar eine solchen Spaßwagen zu fahren und ist im ordentlichen Zustand schon ab etwa 8.000 Euro erhältlich. Baugleich war der ebenfalls erwähnte MG Midget. Deutlich moderner ist der letzte MG-Roadster der in Europa auf dem Markt kam und als MGF im Jahr 1995 eingeführt wurde. Später wurde aus ihm der MG TF und beide Modelle stellen eine moderne Interpretation des klassischen, britischen Roadsters dar. Als Highlight kann der MGF sogar mit einem Mittelmotor aufwarten, der ihm die notwendige Fahrdynamik verpasst. Für die Zukunft scheint das Modell eine lohnende Investition zu sein, denn aktuell sind die Preise im Keller. Einer seiner designierten Vorgänger in der Ahnenreihe ist der nächste Kandidat – der MGB. Von 1962 bis 1980 wurde das erfolgreiche Modell gebaut und stellt so etwas wie den klassischen, britischen Roadster dar. So stellt man sich auch heute noch einen Roadster alter Schule vor. Durch seine Anlagen ist der MGB der ideale Typ sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und dafür sollten Interessenten schon etwa 11.000 Euro locker machen. Ein extra Portion Fahrspaß verspricht der sehr ähnliche scheinende Spitfire von Triumph. Durch seine niedrige Bauweise scheint man direkt auf der Straße zu sitzen und kann vor allem bei kurvigen Landstraßen das Fahrerlebnis genießen. Auch dieser Klassiker scheint sein Preistal durchschritten zu haben und ist noch knapp unter 10.000 Euro zu haben. Der letzte Kandidat ist ein weiterer Triumph und kann mit einem kräftigen Sechszylinder unter der Haube glänzen. Entgegen den vorherigen Kandidaten, die allesamt mit Vierzylinder-Motoren ausgestattet waren, ist der TR6 eine Klasse höher angesiedelt. Auch preislich stellt er mit 15.000 Euro die Spitze dar, aber dafür kann man auch mehr Platz und eben mehr Power erwarten. Eine klasse Auswahl die durchaus Appetit anregt auf das Erlebnis eines britischen Roadsters.

Ein Porsche 911 steht auf vielen Wunschzetteln von unzähligen Klassikerfans und diese können sich auch über ein großes Angebot freuen. Aber was kommen an Kosten auf den neuen, stolzen Besitzer zu, wenn er die Arbeiten nicht selbst erledigen kann und dazu eine Werkstatt beschäftigen muss? Diese Frage geht in jeder Ausgabe der Motor Klassik die Service Station nach und diesmal steht der Porsche 911 im Fokus. Dabei kann nachvollziehbarer Weise nicht die komplette Baureihe berücksichtigt werden, schließlich ist diese seit nunmehr über 50 Jahren in Produktion. So scheint die aktuell günstige Anschaffung eines klassischen Elfers das G-Modell zu sein, so er denn mit einem Saugmotor ausgestattet ist. Der Turbo ist zwar äußerst begehrenswert, aber auch eben äußerst begehrt und teuer. Und schon die Überschrift zum Artikel gibt den Schnäppchenjägern wenig Hoffnung, denn Reparaturen sind teuer ist schon sehr aussagekräftig. Dies sollte aber schon beim Kauf jedem neuen, potentiellen Besitz bewusst sein und ist sicher auch kein offenes Geheimnis. Sollte man den neuen, klassischen Elfer gar bei Porsche warten lassen, so kommen extrem hohen Kosten auf den Besitzer zu und man ist besser beraten die zahlreichen Spezialisten anzusteuern. So stellt im Bericht Karl Hloch aus Schorndorf die markanten Problemstellen des G-Modellsr vor und hält auch mit den zu erwartenden Kosten nicht hinterm Berg. Wichtig bei den Elfern ist die regelmäßige Kontrolle des Ventilspiels, welches nach Vorgaben von Porsche alle 10.000 bis 20.000 km geschehen sollte. Hier sollte man mit einem Preis von ab 250 Euro kalkulieren, wobei die spezifische Ausstattung des Elfer eine wichtige Rolle spielt. Ist nämlich eine Klimaanlage verbaut und/oder eine Sekundärluftpumpe, so ist die Zugänglichkeit deutlich eingeschränkt und die Kosten steigen in die Höhe. Dies gilt generell für alle Arbeiten die auch bedingt durch die unterschiedlichen Motoren im Preis letztendlich immer noch oben streuen. Viele spezielle Prüfungen können gute Werkstätten schon bei den Routinearbeiten mit prüfen und vor einem Schaden noch agieren. Weitere neuralgische Schwierigkeiten stellt der Artikel dazu auch noch vor und schlägt auch noch passende Lektüre zum Thema vor. Ein Bericht der jegliche Illusionen eines günstiges Unterhaltes für einen der besten Sportwagen der Welt nimmt und die harten Fakten der Realität darstellt.

AMG wird in diesem Jahr 50 und passend dazu ist bei der Motorpresse auch schon eine auto motor und sport Edition erschienen. Die Leser der Motor Klassik müssen aber auf dieses Thema keinesfalls verzichten und so steht der Anfang der Firma mit den Einsätzen im Motorsport im Fokus eines Artikels. Dabei darf auch nicht die berühmte Rote Sau fehlen, denn mit dem 300 SEL 6.8 konnte AMG beim 24 Stunden Rennen in Spa im Jahr 1971 einen beeindruckenden zweiten Platz einfahren und errang zugleich den Klassensieg feiern. Der Mitfirmengründer Hans-Werner Aufrecht aber kann diesen Spitznamen keinesfalls nachvollziehen und gibt zu Protokoll „Ein Auto ist doch keine Sau! Niemals! Undenkbar!“. Der Wagen wurde auch nicht vom damaligen Team so genannt und der ehemalige Rennfahrer Clemens Schickentanz ist sich sicher das der Name erst später durch die Berichte in der Presse entstand. AMG hatte mit dem erfolgreichen Einsatz in jedem Fall bewiesen das ein entsprechendes Know-How vorhanden war und so nahmen immer mehr Kunden das Angebot eines getunten Mercedes wahr. Durch den Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges wurden die nun eifrig entstandenen Aufträge für die noch kleine Truppe von AMG aber allesamt wieder storniert und so stellte man zunächst sogar Teile für die Lebensmittel-Industrie her. Aber der Rennvirus war keinesfalls weg und so konnte AMG ihr Können mit dem Einsatz eines SLC im Tourenwagen-Europapokal erneut beweisen. Hier schlug man sogar die überlegenden Rennwagen des Werksteams von BMW. 1983 war man dann auch maßgeblich an der Erschaffung der DPM beteiligt, die später als DTM weltbekannt werden sollte. Hier setzte man auf den kleinen Baby-Benz 190 E und konnte im Laufe der Jahre zahllose Erfolge einfahren. Ein Meilenstein aus dieser Geschichte ist fraglos der Protest gegen AMG von Mercedes-Benz gegen einen Doppelsieg in Budapest im Jahr 1988. Die einige Marke protestierte gegen AMG! Die Prüfung blieb aber ohne Erfolg denn alles entsprach den Regeln. Nach dem 190 E folgte in der DTM die neue C-Klasse und auch hier konnte man viele Erfolge feiern. Doch die immer wilderen Technik-Exzesse trieben die Kosten enorm in die Höhe und nach dem Rückzug von Alfa Romeo und Opel war die DTM zunächst mal tot. Die Wiederauferstehung erfolgt aber bereits im Jahr 2000 und auch hier war AMG vertreten. In der Zwischenzeit war man mit dem CLK-GTR in der FIA GT-Weltmeisterschaft aber extrem erfolgreich und das obwohl der Wagen nur innerhalb von 128 Tage entwickelt wurde. 1999 wurde AMG dann von Mercedes-Benz übernommen und stellt seither die offizielle, sportliche Sparte des Herstellers dar. Doch dem Motorsport bleibt man bis heute verbunden und zeigt vor allem in Kundensport mit dem SLS AMG und dem GT immer noch sein Können.

Ein Coupé von BMW ist immer ein Highlight des Modellangebots und hat eine lange Tradition. Zum gemeinsamen Fahrbericht trafen sich nun drei Generationen um die Entwicklung darzustellen. Das älteste Modell ist der 2000 CS aus dem Jahr 1967, der die Welt der BMW-Coupés erschwinglich machte. Der Vorgänger in Form der 3200 CS war schon ein besonderes Automobil. wurde aber nach nur 539 Exemplaren eingestellt. Die Preisregion in denen sich der 3200 CS bewegte war für viele nicht zu erreichen. So kam der 2000 CS nur noch mit einem Vierzylinder-Motor daher, zeigte sich aber dafür im modernen Design, welches von BMW-Chefstilist Wilhelm Hofmeister geschaffen wurde. Er wurde gegen den erfolgreichen Porsche 912 platziert und konnte dabei sogar mit vergleichbaren Fahrleistungen glänzen. Immerhin 11.720 Exemplare dieser Baureihe konnte BMW an den Mann bringen. Heute wirkt der 2000 CS der Baureihe E120 allerdings eher eigenartig, denn vor allem die Scheinwerfer sind aus heutiger Sicht eher nicht gelungen. Deutlich eleganter wirkt da der Nachfolger E9, der als 2800 CS im Bericht wiederzufinden ist. Der nun wieder mit einem Sechszylinder ausgestattete E9 übernimmt sowohl die Seitenansicht als auch das Heck von Vorgänger, kommt aber vorne mit einer elegant gezeichneten Nase mit großem Kühlergrill daher. So ergibt sich ein optische deutlich stimmigeres Bild und so konnte die Baureihe auch knapp über 30.000 mal verkauft werden. Mit seinem 2,8-Liter-Motor bietet der BMW eine Leistung von 170 PS, was auch heute noch für angemessenen Vorankommen ausreicht. Der Nachfolger war dann eine komplett neue Baureihe auf Basis der neuen 5er, der E24. Das damals aktuelle Design vermag auch heute noch zu gefallen und so wurde der 6er über 13 Jahre produziert. Der zum Fahrbericht angetretenen 635 CSI war die damalige Speerspitze, ehe das M-Modell verfügbar war und leistete 218 PS. Das Modell wurde 1982 einem umfassenden Facelift unterzogen, was auch einiges des ursprünglichen Charmes nahm. Für Leser, die auch durch die herausragenden Bilder zum Artikel auf den Geschmack gekommen sind, dürfte die Wahl schwer fallen. Alle Stärken und Schwächen zeigen sich dann noch zu jedem Modell in der übersichtlichen Kaufberatung.

Es gibt natürlich noch mehr zu entdecken in der November-Ausgabe der Motor Klassik, darunter auch folgendes: mit Alfa Romeo 2000 GTV, Ford Thunderbird, Rover 3.5 Litre, Volkswagen Käfer Cabriolet und Citroën DS zeigen sich fünf aktuelle Klassiker als Herbst-Schnäppchen, denn eine weitere Wertsteigerung scheint garantiert. Der Vergaser-Spezialist Thorsten Ihlo zeigt sich im Porträt, Lancia Aurelia B20 GT und Mercedes-Benz 220 S Coupé zeigen die feine Coupe-Kunst der späten 50er Jahre, eine Modellchronik zeigt den Opel Kadett und eine interessanter Service-Bericht blickt auf die unvermeidliche Versicherung für den Klassiker. Die Restauration zeigt dann noch einen tollen Volkswagen Karman Ghia, den ein Vater-Tochter-Team gemeinsam wieder flott machen konnte.

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Porsche, Marco Rassfeld