Comic – Michel Vaillant – Wiedergeburt

Mit der zweiten Season wird der langjährige Comic-Held Michel Vaillant seit 2012 auch in einem modernen Stil zeichnerisch umgesetzt, die unter der Leitung von Philippe Graton steht. Damit beerbte er endgültig seinen Vater, der für die Erschaffung der Figur Michel Vaillant verantwortlich war und sich aus Altersgründen schon aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Nun ist vom Mosaik Sternchen für Sternchen Verlag der fünfte Band der zweiten Season in Deutsch erschienen …

Nach dem Kollaps im vorherigen Band steht die Marke Vaillante vor dem Untergang und zunächst kann der Leser beobachten, wie Jean-Michel Vaillant versucht an weitere Unterlagen aus der ehemaligen Firma seines Vaters Jean-Pierre zu kommen. Dies wird ihm aber von den neuen Besitzer nicht zugelassen und so kommt es auch gleich zum Start zur ersten Handgreiflichkeiten, allerdings ohne unmittelbare Folgen für Jean-Michel. Schließlich kommt es aber noch zu einer interessanten Begegnung mit einem Ingenieur, der von den neuen Zuständen innerhalb der Firma zu berichten weiß.
Ein Szenenwechsel bringt den Leser dann in das Krankenhaus, in dem der schwer gezeichnete Jean-Pierre Vaillant liegt und mit dem Leben kämpft. Seine Eltern erfahren dann noch konkreteres zu seinem bedenklichen Zustand.
Dann blickt der Comic auf das Anwesen der Vaillants, auf denen in den Garagen ein interessantes Projekt für Vaillante im Aufbau ist. Zwar wurde das Vaillante-Werk inklusive der Marke von Slate feindlich übernommen, aber die Rechte an der Rennabteilung, den Werkstätten und auch der Versuchsstrecke gehörten nicht zur AG und gelangten so auch nicht in den Besitz von Slate. Allerdings erfolgt der Neuaufbau aus dem Nichts und man möchte bei der hochmodernen Formel E mit einem Vaillante antreten und ist bereits im Begriff die Wagen fertigzustellen.

Michel hingegen hat sich komplett zurückgezogen und ein weiterer Szenenwechsel zeigt ihn beim Einsatz in der Demokratische Republik Kongo in Afrika, wo er bei einen LKW-Unfall zugegen ist und einen Schwerverletzten in das Krankenhaus in Goma fährt, hierbei ist im Dschungel durchaus auch die immer noch beeindruckende Fahrkunst von Michel erforderlich. Er scheint aber immer noch mit den vergangenen Ereignissen nicht abgeschlossen zu haben und knabbert sichtbar am Leid seines Bruders. Die Rückfahrt tritt Michel allerdings nicht wie geplant an, denn er hat durch einen Bekannten ein Zimmer im Hotel bekommen. Zudem wartet hier schon jemand bekanntes auf ihn. Carole berichtet überraschend von Ihren Plänen, die sie weit weg führen werden und redet auch auf Michel ein, sich wieder auf seine Stärken zu besinnen.
Dann folgt schon ein schleichender Übergang von Cockpit des LKW’s in den Formel E-Rennwagen von Vaillante. Das erste Rennen findet in der Innenstadt von Paris statt und Michel scheint zunächst noch ein wenig abwesend zu sein. Sein Teamkollegen im neuen Rennsport ist fast selbstverständlich ein dem Leser bekanntes Gesicht – Steve Warson. Dieser hat allerdings in seiner Heimat auch einige Probleme zu lösen, da er sich als Senator zur Wahl stellt und sein Gegner nicht immer mit fairen Mitteln agiert.

Die ersten Ergebnisse der ersten Rennrunden zeugen von der noch fehlenden Fokussierung von Michel für das Rennfahren, wobei sicherlich auch die Lage der Rennstrecke dazu beiträgt. Schließlich liegt sein Bruder in dem Krankenhaus, welches mitten in der Rennstrecke liegt und somit ist sein Bruder für Michel allgegenwärtig. Françoise besucht Michel an der Strecke und versucht ein Gespräch mit ihm anzufangen. Doch ebenso wie Carole verlässt Françoise kurze Zeit später die Szene und Michel bleibt zurück. Eine Szene die sich bewusst gleicht und Michel offensichtlich in Grübeln geraten lässt.
Dann startet auch schon das erste freie Training und der Comic nimmt sich die Zeit die Rennserie und einige dort bekannte Personen vorzustellen. So kann man mit Jean-Eric Verne und Nicolas Prost unter anderen zwei der bekanntesten Fahrer der Formel E entdecken und auch einige Teamchefs werden die Leser sicher schnell Wiedererkennen.

Es folgt das Qualifying, in dem viele Szenen die Strecke durch Paris und seine Umgebung zeigen, hier kann man wieder viele realistische Details entdecken und im Prinzip hautnah dabei sein. Die Ergebnisse für die beiden Vaillante Formel Rennwagen sind vielversprechend und lassen auf einen erfolgreichen Einstand hoffen. Dann folgt das Rennen und zum Schluss wagt Michel noch einen entscheidenden Schritt …

Fazit: Die Story wird nach dem unerwarteten Ende von Kollaps durchaus elegant weitergeführt, auch wenn einige Details bei genauer Betrachtung doch ein wenig weit hergeholt scheinen. Aber der Comic zeigt viele unterschiedliche Szenen und auch den schweren Weg zurück von Michel zu seiner Leidenschaft, dem Rennfahren. Das dazu die Bühne der immer wichtigeren Serie Formel E genutzt wird, bringt zudem die Möglichkeit einen echten Stadtkurs zu erleben und so die bekannten, detailverliebten Zeichnungen der Umgebung für den Band zu verwirklichen. Schön ist das bei der neuen, geräuschlosen Formel E auch die comictypischen Untermalung aus dem klassischen BRUMM in ein IIIIHHHH geändert wurde und somit auch dieser, in der Realität noch unwirklich anmutende Sound, berücksichtigt wurde. Der nächste Band wird die Geschichte wiedermal fortsetzen und die Fans werden das Erscheinen sicher erneut kaum abwarten können.

Bibliografie:
Titel: Michel Vaillant – Wiedergeburt
Autor und Zeichner: Philippe Graton,‎ Denis Lapière,‎ Marc Bourgne,‎ Benjamin Benèteau
Umfang: 56 Seiten
Format: 220 x 295 mm
Preis: € 15,00
ISBN: 978-3-86462-074-4
Bestellbar beim Verlag unter: https://shop.mosaik.eu/

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Mosaik, Marco Rassfeld