Magazin – Porsche Klassik – 70 Jahre Sportwagen

Das Porsche in diesem Jahr das Jubiläum unter dem Motto 70 Jahre Porsche Sportwagen feiert sollte inzwischen bekannt sein. Dieses nehmen auch viele Verlage zum Anlass um entsprechende Literatur zum immer wieder beliebtem Thema Porsche zu veröffentlichen. Der Delius Klasing Verlag brachte dazu ein Spezial des Porsche Klassik-Magazins auf den Markt mit dem Untertitel „Das Geburtstagsheft“.

Auf dem Titel lässt sich dazu eine passende, historische Aufnahmen entdecken, die gleichermaßen bekannte Persönlichkeiten und legendäre Automobile von Porsche zeigen. Zum Start folgen dann wie beim Magazin bekannt einige historische Aufnahmen, die diesmal als Hauptthema den ersten Grand Prix von Porsche haben. Schon als dritten Bericht kann man nun einen ganz besonderen Porsche 911 entdecken, der seinen ehemaligen Vorbesitzer bei der Restaurierung um den Verstand gebracht haben dürfte. Schließlich war der rote 911 S offiziell aus dem Baujahr 1968, doch nur wenige Teile wollte wirklich zum Auto passen. Schließlich fand man heraus, dass dieser Porsche nicht dem üblichen Muster der Fahrgestell-Nummern entsprach und konnte anhand des Fahrzeugbriefes auch einen gewissen Hans Mezger als ehemaligen Besitzer eindeutig identifizieren. Der Motor-Papst spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Motoren von Porsche und eignete sich erstklassige Kenntnisse auch im Bereich der Turbo-Motoren an. Seine hochinteressante Biografie liefert hierzu auch weitere umfassende Details. So lassen sich auch die vielen Besonderheiten des 911 S erklären, der auch Ferdinand Piëch als Dienstwagen diente, dem damaligen Entwicklungschef von Porsche.

Porsche und Motorsport – eine Kombination die schon seit Beginn an zusammengehört. So unterschrieben im Laufe der Jahre auch einige der berühmtesten Rennfahrer einen Vertrag bei Porsche und verhalfen der Marke und auch ihnen selbst zu weltweitem Ruhm. Im Porsche Klassik Spezial lassen sich gleich elf Rennfahrer entdecken, die einen hohen Anteil am Erfolg von Porsche hatten. Jeder Fahrer wird mit einer historischen Aufnahme gewürdigt und in einem kurzen Begleittext bekommt der Leser die größten Erfolge aufgeführt. Mit Vic Elford, Jo Siffert, Hans Hermann, Herbert Linge, Steve McQueen, Hans-Joachim Stuck, Jacky Ickx, Derek Bell, Hurley Haywood, Marc Lieb und Timo Bernhard wird die gesamte Zeitdauer von 70 Jahren überbrückt und sicher werden dem erfahrenen Leser schnell einige weitere nicht minder bekannte Rennfahrer einfallen. Dennoch ein gelungener kurzer Abriss über einen wichtigen Teil der Porsche-Geschichte, die sicher auch die ein oder andere Überraschung parat hält.

Mit dem 911 Speedster Concept stellte Porsche im Rahmen seiner Jubiläumsfeier eine neue Studie vor, welche die Brücke zur Speedster-Tradtion aufzeigen soll. Denn schon der Porsche Nr. 1 war ein offener Roadster, der die Grundlage zum Erfolg von Porsche werden sollte. Aus der Nr. 1 entstand schließlich der 356, der als erstes Modell von Porsche schon beeindruckende Erfolge einfahren sollte. Der neue 911 Speedster Concept kommt dazu in einer besonderen Kriegsbemalung daher und schlägt die Brücke zu einem bekannten Rennwagen aus der Historie von Porsche. Mit dem 356 A Carrera GT Speedster fuhr Bruce Jennigs in den USA auch den deutlich stärker motorisierten Corvette und Ferrari ein ums andere Mal um die Ohren. So bewies Porsche, das vor allem das Verhältnis von Gewicht und Leistung entscheidend sein sollte für den Erfolg eines Rennwagens. Der rote 356 erhielt den Beinamen „Riesentöter“ verfügte über eine silberne Frontmaske und zeichnete damit ein einmaliges Bild. Von dieser inspiriert zeigt sich auch die neue Studie und kombiniert hier eine weiße Frontmaske mit einer Lackierung in GT-Silber. Mit vielen weiteren Details kann die neue Studie begeistern und vor allen die konsequente Auslegung mit verkürzter Frontscheibe kann begeistern. Eine mögliche Serien-Produktion konnte Porsche denn auch noch nicht ausschließen …

Mit dem Kauf eines Porsche erfüllen sich viele Käufer einen Lebenstraum und legen dabei Wert auf einen höchst individuelle Umsetzung. Jedwede Wünsche können heute unter dem Label Porsche Exclusive erfüllt werden, aber schon vorher gab es immer wieder einzigartige Modelle. Einen besonderen Porsche 911 kann der Leser in der Spezial-Ausgabe der Porsche Klassik begutachten. Tilman Brodbeck war ein langjähriger Porsche-Mitarbeiter, der auch der Assistent von Peter W. Schulz war. Aus jener Zeit stammt der besondere 911 Carrera 3.2, der nach speziellen Wünschen verwirklicht wurde. 1984 konnte Brodbeck seinen Individual-Porsche als Dienstwagen übernehmen und hatte in Abstimmung mit dem Designchef Anatole Lapine ein echten Hingucker entworfen. Nach der Lackierung der Karosserie im Werk wurde diese zunächst aus der Produktionslinie entnommen um in einem Spezial-Betrieb die Lichtkanten in einem Türkis lackieren zu lassen. Bis heute eine seltene Technik, die einen hohen Aufmerksamkeitsfaktor sicherstellt. Dazu passend wurde auch der gesamte Innenraum mit entsprechenden Farben versehen und so entstand ein äußerste stimmiger Gesamteindruck. Nachdem der Wagen seinen Dienst bei Porsche geleistet hatte wurde er nach Schweden verkauft, wo er nach 31 Jahren wieder entdeckt wurde. Der Zustand war immer noch sehr gut und so musste nur die Technik nochmals überarbeitet werden. Ein besonderer 911, der auch den Weg zur Manufaktur von Porsche Exclusive ebnen sollte.

Darüber hinaus lassen sich noch weitere Themen in der Spezial-Ausgabe der Porsche Klassik zu 70 Jahre Sportwagen entdecken. Die Bandbreite ist dabei sehr groß und zeigt neben vielen interessanten Modellen auch immer wieder interessante Menschen, die auf unterschiedlichste Art und Weise mit Porsche verbunden sind. Ein gelungener Streifzug durch die interessante Geschichte von Porsche die ausgewählte Details zum Vorschein bringt, die nicht allen bekannt sein dürften. Einzig das verwendete Papier kann den hohen Ansprüchen des Magazins leider nicht gerecht werden, hier wurden die bisherigen Ausgaben mit einer besseren Qualität umgesetzt.

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Porsche, Marco Rassfeld