Michel Vaillant – Die Bugatti Affäre

Für Automobil-Begeisterte sind die Comics aus der Michel Vaillant-Reihe ein wahrer Schatz. Über viele Jahre lieferte Jean Graton immer wieder spannende Geschichten mit vielen automobilen Szenen. Umso erfreulicher ist das Engagement vom Mosaik Steinchen und Steinchen Verlag, der in der ZACK Edition beständig die alten Bände neu veröffentlicht. Vor kurzem erschien der Band 54, der sich mit dem Titel Die Bugatti-Affäre schmückt und so die Leser neugierig macht.

Schon der Titel zeigt dabei gleich einige klassische Bugatti-Modelle aus der glorreichen Zeit der französischen Marke. Dazu gesellt sich ein prominent in der Mitte platzierter Mann, der mit einem gierigem Blick im Rollstuhl sitzt. Als Kontrast zu den blauen Bugatti wurde dazu ein gelber Hintergrund gewählt, der einen ausgezeichnet Kontrast liefert. Somit ist ein auffälliger Auftritt sichergestellt und die Cover-Gestaltung kann durch und durch gefallen. 
Die Story startet schließlich mit einem Familientreffen der Vaillants auf La Jonquière. Hierzu sind auch Steve Warson und Julie Wood eingeladen, wobei Julie einen ungewöhnlichen Auftritt mit einer Harley-Davidson hinlegt. Wenig später finden sich Michel und Steve im Vaillant-Werk wieder, wo ein ungewöhnlicher Anruf eines alten Bekannten Steve in Aufregung versetzt.

 

Nach einem abendlichen Treffen der beiden ehemaligen Schulfreunde macht sich Steve mit John Domfries auf den Weg in das Museé National de l’Automobile in Mulhouse. Bei einem Rundgang durch das beeindruckende Museum, können beide viele Fahrzeuge der ehemaligen und sagenumwobenen Schlumpf-Sammlung entdecken und auch der Leser kann viele besondere, klassische Automobilen entdecken. Dazu zählen auch viele Bugatti, an denen Dumfries interessiert scheint. Er möchte für seinen kranken Vater, der in Kürze seinen 80. Geburtstags feiern wird, ein Bugatti-Treffen in Zandvoort organisieren. Dazu plant er möglichst viele Bugatti zur Verfügung gestellt zu bekommen, die dann in einem Rennen von Rennprofis gefahren werden sollen. Allerdings kann der Museumsdirektor ihm leider nur mitteilen, dass viele Fahrzeuge nicht fahrtüchtig sind und vor allem auch ein Transport außerhalb von Frankreich nicht möglich sei. Dumfries ist darüber offensichtlich sehr enttäuscht, aber Steve macht ihm Hoffnung, dass er gemeinsam mit Michel sicher einige Fahrzeuge und auch die Fahrer organisieren könnte.

 

Schließlich kommt es in Zandvoort dann doch zu einem großen Treffen von historischen Fahrzeug aus den Baujahren von 1921 bis 1952. In fünf riesigen Transporter treffen dann auch 20 prachtvolle Bugatti ein und die vielen Rennfahrer, unter denen sich auch Jacky Ickx entdecken lässt, freuen sich auf ihren Einsatz in den Bugatti. So wird Steve in einem 50-50B aus dem Jahr 1938 starten, der über einen kompressoraufgeladenen Reihenachtzylinder mit 250 PS verfügt. Jacky Ickx‘ Monoposto 50 B verfügt gar über 400 PS und es kommt sogleich zu neckischen Bemerkung zwischen den beiden. In einem imposanten Bugatti Royale fährt dann John Dumfries vor, der hiermit seinen Vater William zur Rennstrecke gefahren hat. Nachdem er auf der Tribüne in natürlich erstklassiges Position platziert wurde, beginnt das Training und neben den Bugatti stehen auch weitere interessante, zeitgenössische Rennwagen am Start. So zeigt sich unter anderen ein Ferrari, ein Gordon oder auch ein Cisitalia. Bei den tollen Fahr-Zeichnungen dürfen die diversen Bugatti aber natürlich nicht fehlen.

 

Abends wird für die Teilnehmer noch ein Diner ausgerichtet. bei dem sich John Dumfries für die tolle Unterstützung aller Personen bedankt. William Dumfries hingegen muss das Diner zeitnah verlassen um seine notwendige Ruhe zu bekommen. Als Highlight wird es dem gelähmten William ermöglicht, in einem großen Zelt zu übernachten, in dem sich zahlreiche Bugatti, die am morgigen Rennes teilnehmen werden, befinden. Ein Highlight für den 80jährigen Automobil-Enthusiasten. Früh morgens bekommt Michel in seinem Zimmer einen unerwarteten Anruf und macht sich schnell auf den Weg zur Rennstrecke. Was er dort entdeckt kann er nicht glauben, denn alle Bugatti sind weg! Das Zelt ist komplett leer, nur der Rollstuhl von William Dumfries ist noch dort. Die Wachen der Rennstrecke wurden offensichtlich betäubt und haben von dem großen Raub nichts mitbekommen. Als die Polizei eintrifft, begleitet sie schon der FBI-Agent Eddy McGrath. Dieser sorgt schnell für die Aufklärung und sorgt in Zusammenarbeit mit Steve für einen versöhnlichen Abschluss der Story …

Fazit: Der Blick auf die berühmte Schlumpf-Sammlung bietet einen tollen Rahmen für einen spannende Story, die an einen klassischen Krimi erinnert. Die großartige zeichnerische Präsentation der klassischen Rennwagen lassen dazu jeden Automobil-Fan verzücken. Mit diesem Mitteln kann der Band durch und durch überzeugen und ermöglicht zudem eine eigenständige Geschichte. Die Inspiration hierzu kam Graton tatsächlich beim Besuch den Museum in Mulhouse. Absolut lesenswert!

Bibliografie:
Titel: Michel Vaillant – Die Bugatti-Affäre
Autor und Zeichner: Jean Graton
Umfang: 48 Seiten
Format: 220 x 295 mm
Preis: € 13,00
ISBN: 978-3-86462-148-2
Bestellbar beim Verlag unter: https://shop.mosaik.eu/

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Mosaik, Marco Rassfeld