Buch – Ferrari Engines – Enthusiasts‘ Manual

Haynes Publishing ist bekannt für seine Werkstatthandbücher und liefert hierzu auch einige beeindruckende Dokumentationen über nicht alltägliche Automobile. Dazu gibt es aber auch einige Titel, die als Enthusiasts‘ Manual laufen und ein aktueller Titel wirft einen Blick auf die legendären Motoren aus der Geschichte von Ferrari.

Von der Aufmachung her scheint das Buch eine klassische, technische Dokumentation zu sein.

Das Buch zeigt sich im klassischen Format und ist deutlich dicker, als die Workshop Manuals. Kein Wunder, denn hier steht nun nicht nur ein Motor im Mittelpunkt sondern gleiche einige der wichtigsten Motoren von Ferrari. Das Layout vom Titel und auch im Buch ist dabei aber ebenso technisch wie auch bei den anderen Büchern und zeigt als Eyecatcher auf der Vorderseite einen Motor, der durch eine Glanzlackierung noch hervorgehoben wird. Auf der Rückseite folgt dann schon ein kleiner Blick in das Buch und eine textliche Beschreibung vom Inhalt. Auch eine Übersicht der zu erwartenden Motoren lässt sich wieder finden. So wird dem Käufer schon ein guter Einblick in das Buch ermöglicht und er wird keinesfalls überrascht werden. Schön, das der Verlag hier so offen die Fakten aufzeigt und sich nicht verschlossen zeigt. Auch dies spricht im übrigen für die klassischen Umsetzung einer technischen Dokumentation.

Der 250 California ist ein Modell, bei dem auch der Motor durch und durch beeindruckt.

Nach dem Aufschlagen folgt schnell das Inhaltsverzeichnis in dem nochmals die vorgestellten Motoren und die dazu passenden Modelle von Ferrari aufgelistet sind. In der anschließenden Einleitung wird der Aufwand deutlich, mit dem die Bilder für das Buch umgesetzt wurden. So nutzte Autor und Fotograf Francesco Reggiani die Möglichkeiten die Motoren während einer Revisionsphase direkt in der entsprechenden Werkstatt abzulichten. Hierzu baute er jedes Mal ein eigenes Fotostudio auf um eine einheitliche Bildsprache im Buch zu gewährleisten. Dazu wurde nicht nur der Motor an sich, sondern auch viele innere Bestandteile des Motors, festgehalten. Die Bilder sind im gesamten Buch verwendet und geben ein wirklich tiefen Einblick in die Motorentechnologie von Ferrari. Sie stellen so ein wichtige Basis für das Buch dar, und können so auch viele Details festhalten. Natürlich werden die unterstützenden Betriebe und weitere mithelfende Hände zur Entstehung des Buches auch entsprechend gewürdigt, ehe das Buch mit dem ersten Motor startet.

Viele Detailaufnahme blicken auf die einzelnen Kompleten der Motoren.

Die Motoren werden in chronologischer Reihenfolge vorgestellt und so kann der Leser und Betrachter tatsächlich auch die ständige Evolution sehr gut nachvollziehen. 1949 bestand das Unternehmen Ferrari gerade einmal zwei Jahre und nach ersten Rennerfolgen sollte nun mit verkäuflichen Straßenfahrzeugen Geld in die Kasse gespült werden. So ist auch der 195 Inter aus dem Jahr 1949 entstanden und brachte die erste Generation der V12-Zylinder-Motoren von Ferrari auf die Straßen der Welt. Neben vielen tollen Bildern, gibt der Text auch wirklich umfangreiche Informationen zu dem entsprechenden Motor. Nicht nur die Technik, sondern auch die Geschichte zur Entstehung und auch die damaligen Umständen werden immer wieder begleitend erläutert. So erhält der Leser ein umfassendes Bild aus dieser Zeit bei Ferrari. Dazu werden die Ingenieure, welche für die Motoren verantwortlich zeichnen, immer wieder erwähnt und auch die Geschichte des Modells und seinen Vorläufern und Nachfolgern bekommt der Leser präsentiert.

Zu jedem Modell liefert das Buch auch einige Aufnahme vom Fahrzeug selbst.

Die technischen Daten zu jedem Modell sind bei einem Buch rund um die verwendeten Motoren fast schon obligatorisch und werden dementsprechend auch aufgelistet. Hierbei verzichtet das Buch aber auf zu detaillierte Fakten und stellt nur die wichtigsten Daten jeweils in einem separatem Kasten vor. Zum Abschluss eines Kapitel folgt dann auch immer noch eine Doppelseite mit Aufnahmen des komplett monierten Motors und anschließend auch noch Bilder des Fahrzeugs, in dem der Motor eingebaut wurde. Zum exakten Chassis gibt es zudem im Text immer wieder auch konkrete Information zu seinem Autoleben und man kann die komplette Geschichte erstklassig nachvollziehen. Fast schon erwartet sind auch die Fahrzeugaufnahmen sehr gut umgesetzt und zeigen allesamt den gleichen Stil. Die optische Darstellung ist somit Wirkich sehr beeindruckend.
Ein weiterer V12-Motor fand sich 1950 im 340 America wieder, der sich aber durchaus deutlich von 195 Inter unterscheid. Mit dem 250 California findet sich dann ein Modell aus der Geschichte von Ferrari wieder, welches heute zu den Bekanntesten zählen dürfte. Auch hier, im Jahr 1957, wurde ein V12-Motor eingesetzt. Ein schmaler Grat zwischen Renn- und Straßenwagen betrat Ferrari dann 1963 mit dem 250 LM, der als Evolution des 250 GTO homologiert werden sollte.

Die Motoren von Ferrari sind oftmals wie Kunstwerk aufgebaut.

Mit 275 GTB von 1964 und dem 330 GTS von 1966 ging die Entwicklung des V12-Motor weiter, ehe mit dem Dino 246 zum ersten Mal ein Sechszylinder eingesetzt wurde. Offiziell lief das Modell allerdings nicht als Ferrari, sondern als Dino. Mit dem 365 GT4 BB zog dann ein V12-Motor mit einem Winkel von 180° Einzug. Entgegen der offiziellen Bezeichnung handelt es sich hierbei aber nicht um einen Boxer-Motor, sondern eben um einen V-Motor. Mit dem 308 GTB wurde dann 1975 auch der erste V8-Motor in einem Ferrari vorgestellt und das Modell wurde auch durch den Einsatz in der TV-Serie Magnum zum kommerziellen Erfolg. Zudem finden sich noch folgende Meilenseiten der Motor-Historie von Ferrari wieder: 208 Turbo (1982), 288 GT (1984), 512 TR (1992), 456 GT M (1998), 360 Modena (1999) und FF (2011).
Den endgültigen Abschluss bilden dann noch weitere Motoren von Straßenmodellen und auch einige Rennmotoren.

Fazit: Ferrari – der Name steht schon für kleine Automaniacs für begehrenswerte Sportwagen. Das Herz dieser Modelle stellt logischerweise der Motor dar, der für eine gute Performance unverzichtbar ist. So macht ein Buch über die Motoren von Ferrari absolut Sinn und die Umsetzung von Francesco Reggiani in Zusammenarbeit mit Keith Bluemel ist sehr gut gelungen. Dazu tragen zu einem großen Teil die herausragenden Bilder bei, die eigens für das Buch angefertigt wurde und auch kleinste Teile der Motoren werden immer wieder ins rechte Licht gerückt. Dazu gibt es aber auch einige Aufnahmen der Fahrzeuge in denen der Motor sitzt. Die Texte können durch einen guten Weitblick rund um den Motor und die Modelle ebenfalls glänzen und liefern oft eine komplette Dokumentation zum konkreten Chassis.
Zum Preis von umgerechnet etwa 40 Euro erhält der Käufer so eine beeindruckend tiefen Einblick in die Motoren-Historie von Ferrari. Für Enthusiasten ein unverzichtbares Buch, wie ja der Titel schon offenlegt. Wenn der wirklich gut geschriebene, englische Text eine Anschaffung im Wege steht, dem sei verraten das ca. im April 2019 der Titel im Heel-Verlag auch in Deutsch erscheinen wird.

Bibliografie:
Titel: Ferrari Engines – Enthusiasts‘ Manual
Autoren: Francesco Reggiani, Keith Bluemel
Umfang: 256 Seiten
Format: 270 x 210 mm
Sprache: Englisch
Bindung: gebunden
Auflage: 09/2018
Preis: £35.00
ISBN-Nr.: 978-1-78521-208-6
Bestellbar beim Verlag unter: www.haynes.com

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Haynes, Francesco Reggiani, Marco Rassfeld