Buch – GT Love

50 Jahre Opel GT – Im Jahr 2018 konnte der kleine, deutsche Sportwagen seinen 50. Jahrestag feiern. Passend hierzu veröffentlichte der Delius Klasing Verlag schon vorher ein Buch mit einem besonderen Blick auf den Opel GT. Mit dem Love-Titel kann sich der Leser immer auch auf einen Blick von Besitzern der Fahrzeuge freuen und erhält so einen Einblick aus Sicht der echten Fans.

Groß und schwer kommt das Buch daher.

Das Buch ist in einem erstaunlich großen, quadratischen Format umgesetzt und kann so schon für Aufmerksamkeit sorgen. Dazu kommt auch noch eine beachtliche Stärke und daraus folgend ein stattliches Gewicht. Als Titelmotiv zeigt sich ein klassischer Opel GT im Profil und auf der Rückseite kann man das GT Concept aus dem Jahr 2016 entdecken. Dieser sorgte bei seiner Premiere auf dem Genfer Salon für viel Aufsehen und ließ viele Fans von einer Neuauflage schwärmen. Dieses zeigte deutlich, wie präsent der Opel GT immer noch ist und schlägt für das Buch zugleich die Brücke von der Vergangenheit zur Zukunft. Nach dem Aufschlagen entdeckt man ein dem Love-Motto entsprechenden Vorsatz mit vielen roten Herzen auf schwarzen Grund. Auch der Nachsatz ist ist dieser Aufmachung umgesetzt. Inhaltlich zeigt sich dann als erstes das Vorwort der beiden Autoren Jens Cooper und Harald Hamprecht. Beide verdeutlichen hier ihre Passion für den Opel GT und präsentieren sich als echte Opelianer. Das folgende Inhaltsverzeichnis gibt dann einen Überblick über die umfangreichen Kapitel, welche im Buch wiederzufinden sind.

Vielen Skizzen waren zur Entwicklung der Form erforderlich.

Sowohl Vorwort als auch Inhaltsverzeichnis werden geschmückt von einigen interessanten Bilder, die einen gelungenen Mix aus zeitgenössisch und aktuell darstellen. Es folgt eine Doppelseite mit reinen Abbildungen, diese verdeutlicht durch die Abbildungsgröße die Möglichkeiten welches das große Format des Buches bietet. Dann erzählen zunächst einige Zahlen und kurze Fakten die Geschichte des Opel GT. Hier lassen sich unter anderem die Produktionszahlen, die Preise oder auch die zeitliche Entwicklung des Opel GT entdecken.
Ein Interview mit Bob Lutz liegt dann die Basis zum textlichen Start des Buches. Er war maßgeblich für die Realisierung des Opel GT verantwortlich und sorgte so für frischen Wind für das angestaubte Image der Marke Opel. Neben einem Interview mit einem logischen Fokus zum Opel GT folgt auch noch die Vita, welche in der internationalen Automobil-Welt durchaus beeindrucken kann.
Auf selbe Art und Weise wird dann auch noch Erhard Schnell vorgestellt, welche sich selbst als Sohn des GT bezeichnet und am der Entwicklung des Designs beteiligt war.

Auch ein Blick in den Innenrum bleibt dem Leser nicht verwehrt.

Welche automobilen Vorbilder den Opel GT beeinflussten, lässt sich dann in nächsten Kapitel entdecken. Hier finden sich die Studien Chevrolet Monza GT und Mako Shark II sowie auch die Corvette C3 wieder, welche als Vorbilder aus dem General Motors-Konzern galten. Dann finden sich viele Interessante Skizzen wieder, die oftmals auch großformatig abgebildet werden und einen Eindruck der Formfindung wiedergeben.
Auch die weitere Entwicklung mit Ton-Modellen findet sich wieder und wird wie schon vorher von passenden Texten unterstützt. Mit dem Experimental GT schuf man zunächst das erste Concept Car Europas und stilisierte schon hier die Grundform des späteren Opel GT. Seine Weltpremiere feierte dieser Experimental GT dann auf der IAA im Jahr 1965. Ofiiziell gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Pläne diese Studie zur Serienreif zu entwickeln, die Resonanz auf der Messe war aber so überwältigend, dass Opel das Projekt 1484 startete, an dessen Ende der Opel GT stand.
Auch hierzu gibt es wieder einen Blick in den Modellbau und den Vergleich vom Konzeptfahrzeug zur kommenden Serie. Schließlich wurde den deutschen Händlern der neuen Sportwagen am 24. und 25. September 1968 in der Frankfurter Jahrhunderthalle erstmalig gezeigt. Den ersten öffentlichen Auftritt hatte der Opel GT dann zwei Tage später auf der deutschen Industrie-Ausstellung in Berlin.

Mit Rekordfahrten konnten spezielle Opel GT’s für Publicity sorgen.

Dann blickt das Buch auf die Produktion des Opel GT, welche durch einen deutsch-französische Kooperation erst ermöglicht wurde. So kam die Karosserie von Chausson in Gennevilliers und die Lackierung und Innenausstattung von Brissonneau & Lotz in Creil. Die Endmontage fand dann im Opel-Werk Bochum statt. Hintergrund dieser Konfiguration ist die damalige hohe Auslastung aller Opel-Werke und dem attraktiven Angebot der Franzosen. Nach fünf Jahren Produktion wurde Brissonneau & Lotz von Renault übernommen, welche die vorhandenen Kapazitäten dann schnell für ihre eigenen Modell nutzten. Aber nicht nur dies sorgte für den Abgesang des Opel GT, denn auch die immer strengeren Abgas- und Sicherheitsvorschriften in den USA machten eine Fortführung der Produktion nicht mehr rentabel.
Das Buch bringt dann noch viele weitere Details zum Opel GT zum Vorschein, jeweils immer mit vielen Bildern und gekonnten Texten präsentiert. So finden sich die Farben wieder, ein Blick auf die technischen Details und auch in den Innenraum. Dann folgen viele Werbeaufnahmen, welche auch den Geist der Zeit widerspiegeln. Zur Freude vieler Fans des Opel GT gibt man diesen Bilder auch einen großen Raum und präsentiert diese größtenteils vollformatig.

Das Opel GT Concept zitierte im Jahr 2016 viele Details vom klassischen GT.

Auch ein Blick auf die Werbung, die auch den heute noch gegenwärtigen Spruch „Nur Fliegen ist schöner“ prägte, darf natürlich nicht fehlen. Auch die Abarten wie der Aero GT oder der Vauxhall VXR fehlen ebenso wenig wie die Rekordfahrzeuge für Elektro- und Dieselantrieb auf Basis des Opel GT. Mit den Studien GT/W und GT2 konnte Opel auf den Weltmesse begeistern und das der Opel GT auch im Motorsport erfolgreich war, wird ebenfalls noch recht ausführlich dargestellt. Nach einem Besuch auf ein Opel GT-geprägten Schrottplatz folgt ein Blick auf die internationale Liebhaber, die ihre Geschichten erzählen. Einige beeindrucke Roadtrips mit dem Opel GT zeugen dann auch nochmals von der internationale Beliebtheit des kompakten Sportlers.
Das Buch endet aber keinswegs mit dem klassischen GT, auch die Reinkarnation auf GM-Basis stellt sich vor, dies aber eher kurz. Die Studie von 2016 wird darf nochmals ausführlich und vor allem bildgewaltig präsentiert.

Ein tolles Video vom Verlag gibt einen Überblick über den seitenstarken Titel.

Fazit: GT // Love ist eine durch und durch gelungene Hommage an den Opel GT. Der Leser kann hier den Leitspruch des GT „Nur Fliegen ist schöner“ in Buchform erleben. Ein großer Spaß mit vielen wertvoller Informationen für alle Opel GT-Anhänger oder für jene, die es werden wollen. Die vielen Bilder haben oft auch den notwendigen Platz um auch ihre Wirkung zu entfalten und können so vollends überzeugen. Nach dem Love-Prinzip des Buches kann vor allem auch die Sektion der stolzen Opel GT-Besitzer überzeugen, in denen diese von ihrer Passion erzählen können. Ein wirklich ungeschminkter Einblick in eine eingeschworene Szene.
Für knapp unter 50 Euro ist das Buch für Opelianer ein Muss, für Fans des Opel GT erst recht! Ein gefühlvolle Huldigung an einen anerkannten Klassiker.

Bibliografie:
Titel: GT Love – 50 Jahre Opel GT
Autor: Jens Cooper, Harald Hamprecht
Umfang: 304 Seiten, 445 Fotos
Format: 297 x 297 mm
Bindung: Gebunden
Auflage: 09/2017
Preis: 49,90 €
ISBN-Nr.: 978-3-667-11063-3
Bestellbar beim Verlag unter: www.delius-klasing.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Opel, Delius Klasing, Marco Rassfeld