Buch – Alfa Romeo Giulia GT

Die Baureihe 105 von Alfa Romeo war bewusst so aufgebaut, das verschiedenste Aufbauten verwirklicht werden konnten. So gab es neben der erfolgreichen Limousine gleich mehrere sportliche Modelle und die von Bertone karossierten GT-Modelle waren hier sehr erfolgreich. Der Dingwort Verlag widmet der Modellreihe eine passende Buchreihe und berücksichtigt hierbei natürlich auch das Bertone Coupé.

Ein zeitloses Design machte den Giulia GT zum Klassiker

Das Buch ist auf dem ersten Blick ein wahrer Brocken! Mit über 500 Seiten ist dieser Titel auch deutlich umfangreicher als andere, hier schon vorgestellte Bücher, aus der Reihe. Auch diese Tatsache verdeutlicht gleichfalls die Wichtigkeit dieser Modelle innerhalb der Modellreihe. Der optische Aufbau des Buches entspricht selbstredend der Serie und kommt bewusst schlicht daher. Auf dem Titel findet sich auch hier eine zeitgenössische Seitenaufnahme wieder und neben dem Buchtitel findet sich nur noch der Autor auf dem Titel. Dies alles ist auf einem grauen Hintergrund mit einigen weißen Streifen platziert. Diese Streifen ziehen sich über den gesamten Schutzumschlag und auf der Rückseite gibt es nur einen Hinweis auf die Zweisprachigkeit, sowie das Verlagslogo und die ISBN-Nummer.
Nach dem Aufschlagen folgt zunächst das Impressum und der Bildnachweis ehe die Danksagung folgt. Die Unterstützung durch einzelne Personen wird hier dargelegt und auch auf das reiche Archiv im Automobilismo Storico, Centro Documentazione verwiesen. Das folgende Inhaltsverzeichnis gibt dann einen ersten Hinweis auf die erstaunliche Vielfalt der GT-Coupés und belegt so gleich zwei Seiten und teilt das Buch in viele Kapitel.

Einige der ersten Sprint GT zeigen sich in historischen Aufnahmen.

Im rein textlichen Vorwort findet der Leser dann noch grundsätzliche Informationen zur Baureihe und auch die Aufschlüsselung bzw. Entstehung der verwendeten Typennummer von Alfa Romeo. Auch zu dem Ersatzteilnummer erfährt man hier interessante Details. Alle Texte werden sowohl in Deutsch als auch in Englisch wiedergegeben. Durch ein geschicktes zweispaltiges Layout werden diese Sprachen im Buch integriert.
Die dann noch folgende Einleitung blickt dann konkreter auf das Coupé und liefert schon eine erste technische Zeichnung sowie eines der ersten Pressefotos vom Alfa Romeo Giulia Sprint GT, wie das Modell zu Beginn hieß.
Folgerichtig ist dieses erste Modell dann auch das Erste was mit einer unglaublichen scheinenden Anzahl an Bilder vorgestellt wird. Mit dem Tipo 105.20, wie das erste der Bertone-Coupés intern bezeichnet wurde, startete eine lange Modellgeschichte, welche im umfangreichen Buch dargelegt wird. Schon im Vorwort bringt der Autor den Hinweis, dass die unterschiedlichen Modelle nicht rein chronologisch vorgestellt werden, sondern nach Modellen sortiert. Neben den technischen Daten bekommt der Leser auch die FIN-Reihen vorgestellt, in denen sich dieses Modelle bewegten. Die ersten Fotos, welche dann häufig auch großformatig abgebildet werden, blicken auf die ersten Fahrzeuge die hergestellt wurden. Vor allem wurde diese Bilder benötigt um die Bedienungsanleitung und den Ersatzteilkatalog zu verwirklichen. Auch deshalb finden sich hier schon viele ungewöhnliche Bilder wieder, in denen die Fahrzeuge aufgebockt, die Werkzeuge ausgepackt sind oder auch technische Details wie den Motor aus viele Perspektiven gezeigt werden.

Das gelungene Cabriolet wurde nur drei Jahre produziert und blieb ein Exot.

Auf den über 80 Seiten zum Tipo 105.20 finden sich viele unterschiedliche Aufnahmen wieder, so zum Beispiel von der Pressevorstellung im neuen Werk in Arese am 9. September 1963. Da darf die offizielle Premiere auf der IAA in Frankfurt wenig später natürlich auch nicht fehlen. Beeindruckend ist auch die Übergabe der ersten, ausnahmslos in Weiß lackierten Fahrzeuge an die Händler. Interessant ist auch der Transport mit diversen Alfa Romeo-Modelle auf dem Weg zum Genfer Autosalon 1964. Zudem werden in kleineren Textabschnitten immer wieder die aktuellen Anpassungen in der Serienproduktion dargelegt.
Mit der Edizione 1966 gab es dann weitere umfassende Anpassungen, welche auch wieder im Text und Bild dem Leser vorgestellt werden.
Eine bekannte Ausbaustufe des Giulia Sprint GT war der GTA, der vor allem für die Homologation verwirklicht wurde. So wurde an diversen Stellen das Gewicht reduziert und man konnte beeindruckende 205 kg gegenüber dem GT einsparen. Dazu steigerte man auch die Leistung um 9 PS. Um Problemen bei der endgültigen Homologation vorzubeugen verwendete man die gleiche Typennummer und erweiterte diese um ein /A. Der Erfolg dieser GTA war dann auch auf der Rennstrecke durchaus beeindruckend und unterstrichen den sportlichen Anspruch der Marke.

Unglaubliche Ansichten finden sich von vielen Details im Buch wieder.

Eine Rarität blieb das Cabrio, welches Alfa Romeo als Giulia GTC bezeichnete. Nur knapp über 900 Fahrzeuge wurden produziert und verantwortlich für den Umbau zum offenen Fahrzeug war die Carrozzeria Touring. Das elegante Cabriolet baute auf das Coupé auf und trug folgerichtig mit 105.25 eine sehr ähnliche Typennummer. Auch hier lassen sich wieder sehr interessante Bilder finden, welche ungewöhnliche Details offenlegen. So kann man unter anderem diverse Bilder zur Bedienung des Verdecks entdecken.
Mit dem Veloce stellte Alfa Romeo schließlich ein noch stärkeres Modells vor und natürlich darf auch dieses Modell nicht im Buch fehlen. Zum ersten Mal wurde hier das Scudetto geändert, so das man das Modell relativ einfach unterscheiden konnte. Auch die zunächst einteiligen Stoßstangen waren nun mehrteilig ausgeführt und weitere Details, welche den Veloce vom normalen GT unterschieden sind in einer Übersicht dargestellt.
Eine andere Kundschaft hatte Alfa Romeo dann mit dem Junior m Blick. Durch die Reduzierung des Hubraums auf unter 1,3 Liter waren wichtige steuerlichen Vorteile in Italien gewährleistet und natürlich konnte man diese Modell auch günstiger anbieten. So waren auch jüngere Käufer in der Lage das schnittige Coupé zu erwerben. Das Buch blickt hier bildlich zunächst auf die Vorserienmodelle welche auf Basis der normalen GT umgebaut wurden und erneut zur Erstellung von Bedienungsanleitung und Ersatzteilkatalogen fotografiert wurden. Aber auch das Serienmodell kommt natürlich nicht zu kurz.

Der 2000 GT Veloce war das Modell mit dem größten Motor der Modellreihe.

Obwohl nun schon einige Modelle vorgestellt wurden, folgt noch eine deutlich größere Anzahl an Modellen. Zunächst werden die Weiterentwicklungen des GT Junior intensiv vorgestellt und man kann hier die optische Veränderungen im Laufe der Jahre besonders gut nachvollziehen.
Am oberen Ende der Modellreihe stand dann der 1750 GT Veloce, der erstmals über einen vergrößern Hubraum verfügte und so 118 PS leistete. Dieses Modell mit der Typennummer 105.44 war auch das erste Modell mit vier statt der bisher verwendeten zwei Hauptscheinwerfer, welches auch optisch für eine deutlich Unterscheidung sorgen konnte.
Es folgt unter anderem noch der Blick auf den GTA 1300 Junior und die unterschiedlichsten Versionen des 1750 GT Veloce für die USA, ehe der 2000 GT Veloce die bildliche Präsentation des Alfa Romeo Giulia GT abschließt. Rein textlich gibt es noch Infos zu dem GT Junior 1.6 bzw. GT 1600 Junior, welche die leistungsmäßige Lücke zwischen dem 1300er und dem 2000er schließen sollte.
Ein Überblick über alle Produktionsnummer beschließt schließlich das Buch und lässt mit hoher Sicherheit einen durch und durch beeindruckten Leser zurück.

Fazit: Eines der beliebtesten Modelle der Tipo 105-Modelle ist fraglos das optisch besonders gelungene Coupé von Bertone. Das Buch kann zunächst mit der puren Stärke von über 500 Seiten beeindrucken. Die Vielzahl an Ausnahmen zeitgenössischen Bildern ist vollends überzeugend und zeigt unfassbare viele Details. Dies verdeutlicht den wahren Schatz, welcher von Alfa Romeo noch gehütet wird. Ob technische Details, Details aus dem Innenraum oder Messepremieren, alles lässt sich im Buch wiederfinden. Dies gibt dem Leser die Möglichkeit regelrecht abzutauchen in die Welt der Alfa Romeo-Coupés. Die dazu wichtigen Textinfos liefern ebenso viele Details und führen auch kleinste Detail-Änderungen auf.
Bei einem Preis von 119 Euro kann man sicher nicht von einem Schnäppchen reden, aber der Wert dieser Modelldokumentation ist eigentlich unbezahlbar. Selbst die eingefleischten Fans finden hier sicher noch neue Bilder und Informationen und können auch aus diesem Grund nicht auf dieses Buch verzichten.

Bibliografie:
Titel: Alfa Romeo Giulia GT
Autor: Patrick Dasse
Umfang: 528 Seiten, 370 Schwarz-Weiß- und 109 Farb-Photos
Format: 257 x 229 mm
Sprache: Englisch, Deutsch
Bindung: gebunden mit Schutzumschlag
Auflage: 08/2018
Preis: 119 €
ISBN-Nr.: 978-3-87166-156-3
Bestellbar beim Verlag unter: www.dingwort-verlag.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Peter Seabrook ©2018 Courtesy of RM Sotheby’s, Dingwort Verlag, Marco Rassfeld