Buch – Alfa Romeo Junior Z

Der Alfa Romeo Junior Z ist ein besonderes Modell, welches die Baureihe 105 von Alfa Romeo um eine weitere, interessante Variante erweitern sollte. Innerhalb der Buchreihe zum Tipo 105 aus dem Dingwort Verlag gebührt dem Junior Z so auch ein eigener Titel, der sich ausschließlich mit diesen besonderen Fahrzeugen befasst.

Eine seitliche Aufnahme schmückt den
schlichten Titel.

Der Buchtitel ist im gelungenen Stil der Buchreihe umgesetzt und kommt auf den ersten Blick betont schlicht daher. So findet sich auch hier als Eyecatcher einen seitliche Aufnahme des Modells wieder, welches wie selbstverständlich zeitgenössisch ist. Dazu findet sich in großen Lettern der Buchtitel wieder und auch der Autor Patrick Dasse wird auf der Vorderseite abgebildet. Noch einfacher ist schließlich die Rückseite gestaltet, die scheinbar bewusst ohne Klappentext auskommt. Neben dem Verlagslogo findet sich nur noch die Angaben zu den im Buch befindlichen Sprachen wieder sowie die ISBN des Buches. Das alles in einem zurückhaltenden Grauton gehalten, welcher dem Titel-Bild die Möglichkeit gibt sich besser zu präsentieren. Der Bezug von Buch ist dabei im übrigen ebenso gestaltet wie der Schutzumschlag.

Die Front aus Plexiglas war eine echte Besonderheit.

Im Buch findet sich als erstes neben dem Impressum das Inhaltsverzeichnis wieder, welches einen ersten Überblick über das Buch liefert. Mit nur zwei Modellen war die Varianz beim Junior Z recht übersichtlich, nichtdestotrotz hat das Buch aber eine Stärke von knapp unter 200 Seiten. In der zunächst abgedruckten Danksagung, und auch im folgenden kurzen Vorwort geht der Autor auf die umfangreiche Unterstützung durch Alfa Romeo ein. So stand das erstaunlich umfassende Archiv, welches im Alfa Romeo Automobilismo Storico gesichtet werden konnte als prägende Quelle zur Verfügung. Aber auch andere Quellen wie Zagato oder das Archiv der Zeitschrift Quattroroute wurden berücksichtigt um weitere Aufnahmen zu finden. Zudem erläutert der Autor die Idee des Buches, in dem alle Bilder ausschließlich zeitgenössisch sind und so den entsprechenden Zeitgeist auch mit transportieren können.

In Innenraum fanden sich einige tolle Ideen wieder.

Die Einleitung bildet dann den letzten, rein textliche Teil des Buches, welcher noch die Entstehung des Modells offenlegt. Neben dem bereits erhältlichen Coupé von Bertone reifte bei Alfa Romeo die Idee ein weiteres, spezielles Coupé auf den Markt zu bringen. Die Ausrichtung sollte hierbei aber anders sein, als beim klassischen Bertone-Coupé und man setzt auf ein bewusst modernes Design. Dieses wurde schließlich durch Zagato realisiert, wobei hier auch die Möglichkeit bestand die Karosserie zu fertigen. Hinzu kam die Nähe von Zagato zu Alfa Romeo, wodurch umfangreiche Kosten beim Transport ins Werk von Alfa Romeo vermieden werden konnten. Die technische Basis lieferte der Spider vom Tipo 105 und hiermit waren viele Maße und weitere technische Details schon vorgegeben. Verantwortlich für das Design war Ercole Spada, der ein markantes Coupé schuf. Einige optische Details fand man auch an anderen Fahrzeugen aus der Feder von Spada wieder.

Der 1600 Junior Z bot noch mehr Leistung als das Ur-Modell.

Das erste Fahrzeug, welches nun auch in zwei seltenen Bildern begutachtet werden kann, ist der Prototyp des Junior Z. Dieser wurde gefertigt um weitere Details vorab abzustimmen und wich deshalb auch in einigen Punkten von der späteren Serienproduktion ab.
Es folgte eine kleine Vorserie mit vermutlich zwei Fahrzeugen, die sich nur noch in wenigen Details vom späteren käuflich zu erwerbenden Fahrzeug unterschieden. Zagato hatte bei der Realisierung des Junior Z viele vorhandene Teile von anderen Alfa Romeo-Modellen verwendet um die Kosten möglichst gering zu halten. So stammten die Rückleuchten vom 1750 Berlina und die Felgen vom GTA 1300 Junior. Viele technische Komponenten stammten vom GT 1300 Junior und so war der Ersatzteilkatalog des Junior Z tatsächlich nur einen Ergänzung zum bestehenden Katalog des GT 1300 Junior. Dennoch hatte der Junior Z noch viele beeindruckende optische Finessen zu bieten, allen voran natürlich die Front aus Plexiglas mit dahinter verborgenen Scheinwerfern. Auch das Scudetto wurde hier geschickt integriert. In schon erstaunlich vielen Bilder der Vorserien-Fahrzeugen lassen sich dann unzählige Details entdecken und auch die Außenaufnahmen können überzeugen. Dieses führen den Leser bis zur offiziellen Präsentation des Modells auf dem Turnier Autosalon im Jahr 1969. Hier fanden sich gleich zwei Modelle auf den Ständen von Alfa Romeo und Zagato wieder.

Viele Details finden sich in der reichen Bebilderung wieder.

Die ersten Junior Z der Serienproduktion folgen dann im nächsten Kapitel und zeigen auch einen direkten Blick in die Produktion. Auch die technischen Daten des mit 1290 ccm Hubraum ausgestatteten Modells finden sich hier wieder. Da die 103 PS auf nur 970 kg Gewicht stießen waren die Fahrleistungen durchaus sportlich. Bei den Bildern finden sich dann schon erstaunlich viele Farbaufnahmen wieder, welche auch unterschiedlichste Farben des Junior Z zeigen können.
1972 wurde dann mit dem 1600 Junior Z ein leistungsfähigeres Modell vorgestellt, welches auch einige optische Änderungen mit sich brachte. So wurde die recht aufwendige Kürzung des Hecks fortan verzichtet, welches auch die Möglichkeit mit sich brachte den vorhandenen Tank des Spider nutzen zu können. Einen Überblick aller Anpassungen findet sich in einer textliche Auflistung wieder. Die hier verwendeten Bilder bringen erneut viele Details ans Licht und zeigen sogar Aufnahmen der Rohkarosserie.
Zum Abschluss finden sich noch die Produktionszahlen der beiden Junior Z wieder und beenden dieses Buch mit einer tollen Aufnahme, welche die Anlieferung der Karosserien zeigt.

Fazit: Schon die besondere Optik machte den Junior Z zu einem interessanten Modell. Die Umsetzung der Front ist in dieser Konsequenz bis heute vermutlich einmalig und zeichnet sich so als Besonderheit aus. Trotz der übersichtlichen Modell-Vielfalt wurde das Buch mit merklich viel Hingabe umgesetzt. Die bildstarke Aufarbeitung ermöglicht einen einmaligen Blick auf einen besonderen Alfa Romeo und bringt viele noch nie veröffentlichte Aufnahmen zum Vorschein. Die dazu gelieferten, textlichen Details liefern alle notwendigen Informationen und erläutern auch viele der verwendeten Bilder.
Zum Preis von knapp 60 Euro erhält man die vermutlich einmalige Möglichkeit eine Rarität von Alfa Romeo in alle ihren Details zu sehen. Alfisti werden dieses Buch, wie die gesamte Reihe lieben.

Bibliografie:
Titel: Alfa Romeo Junior Z
Autor: Patrick Dasse
Umfang: 192 Seiten, 126 Schwarz-Weiß- und 53 Farb-Photos
Format: 257 x 229 mm
Sprache: Englisch, Deutsch
Bindung: gebunden mit Schutzumschlag
Auflage: 08/2018
Preis: 59 €
ISBN-Nr.: 978-3-87166-196-9
Bestellbar beim Verlag unter: www.dingwort-verlag.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Dingwort Verlag, Marco Rassfeld