Comic – Margots Reportagen – Große und kleine Käfer

Vor allem in Frankreich ist die Kunst der Comics auch im Bezug auf die Automobile ein gern gesehenes Thema. So verwundert es nicht, dass es im Angebot von Salleck Publications immer wieder neue Adaptionen zu entdecken gibt. So erschien vor kurzen der mittlerweile schon fünfte Band von Margots Reportagen.

Das Margot sich in Wolfsburg befindet,
kann man schnell erkennen.

Auf dem Titel kann man schnell erkennen um welches Auto sich die Geschichte im Comic dreht, denn deutlich lässt sich hier ein Käfer erkennen. Sogar die Fabrik in Wolfsburg wird das geschulte Auge sofort erkennen, während natürlich auch die Hauptperson Margot groß abgebildet wurde. Auf der Rückseite kann man dann sogar noch einen Bulli entdecken und auch einen Überblick über die vier erste Bände erhalten. Der Klappentext verrät hier, dass die Geschichte im Herbst 1962 spielt und gibt einen kleinen Vorgeschmack auf den Inhalt ohne dabei zu viel zu verraten. Das Comic ist im hochwertigen Hardcover ausgeführt und schon der Vor- und Nachsatz zeigt einige Fahrzeuge aus dem Inhalt in besonderer Art und Weise. Die reinen Strichzeichnungen wurden in weiß auf einem blauen Hintergrund umgesetzt und zeigen auch eine Citroën Fourgonnette, welche Margots fahrbarer Untersatz ist.

Auf einem alten Dachboden finden sich zu Beginn erstaunliche Sachen wieder …

Die Story startet im Elternhaus von Margot, wo diese auf dem Dachboden neben ein Truhe mit altem Spielzeug auch ihr altes Tretauto von früher wiederentdeckt. Ein erstaunlich gut gearbeitetes Modell eines Käfer Cabrio, wie sich bei genauerer Betrachtung herausstellt. Doch auf weitere Nachfragen zu dem Käfer bei ihrem Vater stößt sie auf eine eigenartig abweisende Reaktion, welches aber zugleich auch die Neugier der Reporterin weckt. Die Behauptung, das es sich um ein Fahrzeug aus dem Spielzeugladen handelt, kann Margot noch auf dem Nachhause-Weg widerlegen. Hierbei entdeckt Sie auch gleich einen bemerkenswerte Plakette unter dem Modell sowie den Hinweis auf eine Postleitzahl und eine große Stadt in Deutschland.

Die Reise nach Deutschland in einem Käfer war damals noch ein Abenteuer.

Schon am nächsten Tag erhält Sie die Möglichkeit die Plakette eines echten Käfers in Augenschein zu nehmen und diese schein erstaunlich identisch mit der von ihrem Tretauto. Also macht Sie sich auf zu ihrem Chef um eine Story über Volkswagen zu schreiben. Dabei nutzt Sie zunächst den Vorwand das neue Ersatzteillager in Villers-Cotterets als Aufhänger zu nehmen, welches sich auch mit dem realen Fakten deckt. Nach einem kurzen Anruf startet Margot mit ihrer Fourgonnette, welche aber unterwegs durch eine Panne liegenbleibt. Wie der Zufall es so möchte, oder die Geschichte, kommt ein Volkswagen Karman Ghia vorbei, in dem niemand geringeres als der stellvertretende Direktor von Volkswagen France sitzt. Schnell wird man sich einig, dass Margot eine Serie über Volkswagen schreiben möchte und so bietet man ihr einen Besuch in Wolfsburg an. Dazu stellt Volkswagen natürlich einen Käfer zur Verfügung, so dass die Reporterin auch einen echten Eindruck des Modells erhalten kann. Gemeinsam mit Ihrer Freundin bringt Margot zunächst Ihren Freund zum Bahnhof, ehe die Reise nach Wolfsburg angetreten wird.

Bei einer Verfolgungsjagd wird der Leih-Käfer dann ein wenig in Mitleidenschaft gezogen.

In Wolfsburg erhält Margot von stellvertretenden Direktor von Volkswagen France eine Führung durch die Produktion, welche auch in einige tollen Zeichnungen wiedergegeben wird. Bei Treffen mit dem Archivar entdeckt Margot dann einige Fotos, welche ihr nicht bekannte Fakten belegen. Das Gespräch führt durch die damals noch nicht zu weit vergangene Zeit des zweiten Weltkrieges, in der auch die französische Kriegsgefangene bei der Produktion der damaligen Kriegsgüter zwanghaft mithalfen mussten. So offen der Archivar Margot von den damaligen Zeiten erzählt, andere Menschen scheinen der französischen Reporterin nicht wohlgesonnen zu sein. So erhält Margot noch in der selben Nacht deutliche Drohungen, dass sie wieder zurück nach Frankreich reisen soll. Sie entdeckt noch einen verdächtigen Wagen, dem sie schnell folgt aber dann schließlich einen kleinen Unfall verursacht und den Käfer am nächsten Morgen leicht lädiert wieder zum Werk fährt. Der nächste Besuch im Werk endet dann fast tragisch und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende …

Fazit: Das Comic enthält eine durchaus spannende Geschichte, bei der die engagierte Reporterin Margot einiges über die Volkswagen-Werke in den 60er Jahre erfährt. Zwar scheinen einige Details doch sehr konstruiert zu sein, dennoch kann das Comic mit einer hohe Authentizität aufwarten. Viele der wirklich gelungenen Zeichnungen können den Leser in jedem Fall in der 60er Jahre zurückversetzen. Auch einige Details, wie die nur drei Schornsteine des Werks stimmen zu der Zeit, denn der vierte wurde erst später errichtet. Einige weitere, reale Details erfährt der Leser zudem noch am Ende des Buches und hiermit wird der Titel auch gut abgerundet.
Der Preis von 15 Euro ist für das Gebotene mehr als fair und Freunde des Käfers werden ebenso ihre Freude am Comic haben wie die Fans der Serie.

Bibliografie:
Titel: Margots Reportagen – Große und kleine Käfer
Text: Olivier Marin
Umfang: 48 Seiten
Bindung: Hardcover
Preis: 15,00 €
ISBN: 978-3-89908-694-2
Bestellbar beim Verlag unter: http://salleckpublications.de/

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Salleck Publications, Marco Rassfeld