Buch – Mini

Die Geschichte des kleinen Riesen – schon der Untertitel verdeutlicht die Anerkennung des Buches an eine Ikone des Automobils. Seit mehr als 60 Jahren ist der Mini auf dem Markt erhältlich und ein frisches Buch der Koehler Verlagsgesellschaft blickt auf diese beeindruckend lange Zeit zurück. Schließlich war der Mini erstaunlich vielschichtig und oftmals auch ungewöhnlich.

Das Buch hat einen schlichten Titel, der überzeugen kann.

Das Buch kommt im kompakten Hochformat daher und zeigt schon auf dem Titel einen kleinen Mini – passend zum Format des Fahrzeugs. Auf einem schlichten gelben Hintergrund findet sich ein roter, klassischer Mini in einer Frontaufnahme wieder. Dazu gibt es in großen Lettern MINI zu entdecken, neben dem Untertitel, dem Autor und dem Verlagslogo. Außer dem Verlagslogo sind alle Elemente mit einem Glanzlack versehen, was noch für eine Hervorhebung dieser sorgt. Zum Bund zeigt sich dann ein schwarzer Balken, der sich bis über den Rücken auf die Rückseite erstreckt. Auf dieser zeigt sich der gleiche Mini von hinten und ein entsprechender Klappentext lässt erste Einblicke zu auf Ein kleines Auto mit großen Vermächtnis. Entfernt man den Schutzumschlag so zeigt sich sowohl vorne als auch hinter die selbe Mini im großen Format und in schlichten Schwarz-Weiß wieder. Eine tolle Umsetzung, welcher durch einen gelungen Stil überzeugen kann. Das lässt auch auf eine stimmige Umsetzung im Inhalt hoffen. Der Vorsatz liefert nach dem Aufschlagen schon mal eine großformatige Aufnahme aller vier Generationen des Mini, welche bis heute vorgestellt wurden. Diese ist ebenso in Schwarz-Weiß gehalten wie die weiteren Bilder, welche sich bis zum Inhaltsverzeichnis im Buch wiederfinden. Hier finden sich allerdings ausnahmslos Aufnahmen des klassischen Mini wieder, wobei einige auch offensichtlich zeitgenössisch sind.

Die Urkonstruktion des Mini im Detail.

Das Inhaltsverzeichnis legt dann die Struktur mit zwölf Kapitel offen, in denen sich das Buch den Phänomen Mini nähert. In der Einleitung geht der Autor dann auch auf die Historie des Mini ein, welches von einer abermals großformatige Aufnahme des 5.000.000sten klassischen Mini unterstützt wird. Dieser wurde 1986 von TV-Moderator Noel Edmonds vom Band gefahren.
Autos fürs Volks lautet dann die Überschrift zum ersten Kapitel im Buch. Zu jedem Einstieg eines Kapitels wird eine Doppelseite verwendet, bei der die linke Seite mit einer großen Zahl auf rotem Hintergrund, sowie der Überschrift und einer gelungenen Kapiteleinteilung gefüllt wird. Auf der rechten Seite findet sich dann wieder eine, natürlich zum Kapitel passende Aufnahme wieder, die auch die gesamte Größe der Seite nutzt. Somit wird schnell klar, dass die gelungene Umsetzung des Titels keine Ausnahme darstellt und auch beim Inhalt viel Wert auf eine gute Gestaltung gelegt wurde. Im Kapitel selbst findet sich dann die Vorgeschichte des Mini wieder, welche mit der Evolution des Automobiles eingeht. Wie kam es überhaupt dazu, dass kleine und kompakte Automobile zum Erfolg wurden und welche Modelle waren für den kommenden Mini wohl wegweisend?
Die Konstruktion des Mini wird dann im zweiten Kapitel eingehender behandelt, wobei natürlich auch der Schöpfer Alec Issigonis im Mittelpunkt steht.

Mit dem Cooper wurden die sportlichen Gene des Mini noch unterstrichen.

Schließlich folgte im August 1959 die Enthüllung des neuen ultrakompakten Mini, der zunächst als Austin Se7en und Morris Mini Minor präsentiert wurde. In Folge seine langen Modellgeschichte sollte der Mini noch diverse anderen Modellbezeichnungen tragen. Gegenüber den bisherigen Modellen war der Mini aber wirklich mini und die potentielle Kundschaft zeigte sich zunächst verhalten. Aber neben einem cleveren Raumkonzept konnte der Mini auch mit einem sportlichen Fahrverhalten überzeugen, so dass sich viele Kunden doch schnell für den neuen Kleinen erwärmen konnten. Die Konkurrenz war gleichfalls hellhörig und so wurde schnell auch festgestellt, dass der Mini zu günstig angeboten wurde. BMC wollte die Verkäufe ankurbeln und bot den Mini tatsächlich unter den Herstellkosten an. Sicher auch ein Geheimnis des Erfolges, denn fast kein Fahrzeug konnte günstiger erworben werden. Mit 497 Pfund war er sogar 2 Pfund günstiger als der Fiat 500, während ein Volkswagen 1200 zum Vergleich mit stattlichen 702 Pfund erhältlich war. Gerade für den Einsatz in den immer eng werdenden Städte in Großbritannien war der Mini das ideal Gefährt.
Der magische Cooper kam dann 1961 auf den Markt und unterstrich den sportlichen Anspruch des Mini. Mit mehr Power war zunächst nur eine limitierte Edition von 1.000 Exemplare geplant, aber die Nachfrage war immens. So wurde der Cooper zum festen Bestandteil der Modellpalette. Nach dem Cooper brachte der Cooper S nochmals mehr Leistung und hiermit konnte BMC gar echte Rallye-Erfolge einfahren. Dies alles findet sich im mittlerweile schon vierten Kapitel wieder, indem man auch wieder viele zeitgenössische Aufnahmen entdecken kann, welche die Cooper-Modelle in unterschiedlichen Szenen zeigt. Oftmals auch in diversen Renneinsätzen.

Mit den neuen Generationen kamen auch unterschiedlichste Derivate
des Mini auf den Markt, wobei nicht alle erfolgreich waren.

Doch es blieb keinesfalls beim Mini an sich, denn relativ schnell kamen weitere Interpretationen auf dem Markt und es wurde Eine Welt voller Minis. Ob Lieferwagen, Pick-Up, Kombi oder der besondere Moke. BMC bot viele Varianten offiziell ab Werk an, um jeden Kundenanspruch gerecht zu werden. Auch ein Stufenheck war von Marken von Wolseley und Riley erhältlich. Dazu gab es auch immer mehr Firmen, welche den Mini nach den persönlichen Wünsche der Kunden personalisierte. Hier finden sich im Buch Minis von Radford, Marcos, Ogle und Unipower wieder. Diese kommen teilweise auch mit extrem veränderten, sportlichen Karosserien daher und unterstrichen so die entsprechenden Tugenden des Mini.
Die Evolution der Modellreihen ist dann der Fokus von sechste Kapitel und stellt dar, wie der Mini sich auch gegen neue Konkurrenz behaupten konnte. Eine tragende Rolle spielten hierbei auch die Promis welche sich gerne mit dem kleinen Riesen zeigten. Eine nicht zu unterschätzende Rolle hatten aber auch zahlreiche Film- und Fernsehen-Produktionen in denen der Mini genutzt wurde. Eine Sonderrolle nimmt hierbei der Klassiker The Italian Job ein, von dem es gar von der folgenden Generation einen späten Remake gab. Natürlich ebenfalls mit den Minis in der Quasi-Hauptrolle. Zudem wurde der Mini auch in anderen Ländern montiert und konnte vor allem für die italienische Firma Innocenti einen weitere Erfolg einfahren. Doch auch BMC entwickelt den Mini kontinuierlich weiter und brachte immer wieder Neuerungen. Diese führt bis zum 1275 GT, der mit einer deutlich geänderten Front allerdings nicht zum Erfolg werden sollte.

Noch immer ist der klassische Mini beliebt und die Rohkarosserie ist wieder neu erhältlich.

In den 1970er Jahren war der Mini aber scheinbar veraltet. So stand das immer noch erfolgreiche Modell vor dem Aus, es fand kaum noch eine Entwicklung statt und die zunehmende Konkurrenz brachte frische, kompakte Automobile auf dem Markt. So pass die Überschrift Evergreen oder schlicht vernachlässigt? auch gut zu dem entsprechenden Kapitel. Neben den Ford Fiesta findet sich so hier auch ein Datsun Cherry 100 A wieder, der als erstes japanisches Auto mit quer eingebauten Frontmotor und Vorderradantrieb das Konzept des Mini nutzte. BMC nahm dann auch immer wieder Sondermodelle des Mini ins Programm um den Verkauf wieder zu beleben. Es war abermals ein Cooper, der den klassischen Mini in den 1990er nochmals zu einem später Erfolg verhelfen sollte. So wurde der Mini noch mit der Ur-Karosserie zum Teil der Retro-Bewegugung, zu denen auch der VW Beetle oder auch der PT Crusier von Chrysler zählten.
1994 erfolgt dann die Übernahme von Rover an BMW und man beschloss schnell vor allen die Marke Mini in die Zukunft zu transferieren. Mit einige Studien hatte schon Rover einen Ausblick auf den möglichen Nachfolger der Mini geworfen. BMW vollendete die notwendigen Schritte und schuf die erste Generation des neuen Mini. Die neuerfundene Klassiker wurde 2001 als Serienmodell vorgestellt und wurde schnell zum Erfolg. Auch der Name Cooper war wieder vertreten und selbst ein stylisches Cabriolet war schnell im Angebot.
In den verbleibenden zwei Kapiteln werden dann auch noch die folgenden Generationen des Minis bis heute vorgestellt. Das einzelne Modelle entwickelte sich zu einer echten Modellpalette, in der heute kaum ein Wunsch unerfüllt bleibt.

Fazit: Bücher über den Mini gibt es einige, wobei das hier vorgestellte Buch eine Besonderheit darstellt. So ist sehr erstaunlich, wieviele Informationen in ein recht kompaktes Buch enthalten sein können. Dies bedingt zwar eine recht kleine Typo, aber die stellt sicher nicht ein großes Problem dar. Vielmehr kann das Buch mit einem optisch besonders gelungenen Layout und auch vielen, zumeist zeitgenössischen Bildern überzeugen. Auch viele Besonderheiten des Mini finden sich wieder, wobei der Fokus hier auf der emotionale Darstellung gelegt wird, Viele technische Details lassen sich nicht ausmachen.
Für Fans des Mini ist das Buch, welches zum günstigen Preis von unter 30 € erhältlich ist, ein Muss. Aber auch für andere Leser stellt das Buch eine lesenswerte Alternative dar.

Bibliografie:
Titel: MINI – Die Geschichte des kleinen Riesen
Autor: Giles Chapman
Umfang: 176 Seiten
Format: 216 x 254 mm
Bindung: Hardcover mit Schutzumschlag
Auflage: 11/2019
Preis: 29,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-7822-1357-8
Beim Verlag unter: http://koehler-mittler-shop.de