Buchbesprechung – Gruppe C

Als die FIA zum Jahr 1982 die neue Gruppe C mit Beginn der Sportwagen-Weltmeisterschaft einführte ahnte sicher noch niemand wie langlebig und legendär die Rennwagen dieser Ära sein werden.

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Die Faszination dieser Rennwagen versucht das Buch „Gruppe C – Die Sportwagenrennen von 1982-1992“ auf die Leser zu übertragen.Die Struktur des Buches wird dabei nicht wie üblich einem klassischen Zeitstrahl folgend abgebildet, sondern nach den Rennwagen die in der Gruppe C vertreten waren. Nach einem Vorwort von Jochen Mass und der Einführung des Autors folgt die umfangreiche Erläuterung des Reglements der Gruppe C.

Schließlich startet das Buch erst richtig durch mit der Vorstellung der Rennwagen, welche in der Gruppe C zum Einsatz kamen. Dabei werden die erfolgreichsten Fahrzeuge am ausführlichsten dargestellt. Die Gliederung erfolgt folgendermaßen:

– Die C1-Fahrzeuge der Weltmeister:
Als eine der ersten Hersteller verfolgte die Firma Porsche ein ernsthaftes Arrangement in der Gruppe C. Nach den erfolgreichen Einsätzen von Porsche 934, 935 und 936 in der Gruppe 4, 5 und 6 wollte man ansatzlos die Sportwagenrennen weiter verfolgen und entwickelte zunächst den 956. Dieser beherrschte die ersten drei Jahren den Gruppe C-Sport und wurde folgerichtig dreimal Weltmeister, sowohl bei den Marken als auch bei den Fahrern (1982, 1983: Jacky Ickx, 1984: Stefan Bellof). Für die Saison 1984 wurde der 956 zum 962 weiterentwickelt und dieser war nicht minder erfolgreich …
Des Weiteren finden die weiteren Weltmeister von Jaguar, Sauber-Mercedes und Peugeot eine ebenso tiefgehende und würdige Betrachtung.

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– Werkseinsätze in den Gruppen C1 und C2
Zahlreiche weitere Werksteams waren noch in der Gruppe C vertreten, davon schafften einige Achtungserfolge und einige brachten nur wenig erfolgreiche Autos hervor. So war zum Beispiel der Ford C100 zwar einer der ersten Gruppe C-Wagen, aber eben nicht sehr erfolgreich – die starken Vibrationen sind Klaus Ludwig heute noch gut in Erinnerung …
Erfolgreich zumindest in Le Mans war die Marke Mazda, die sich im Jahr  1991 mit dem 787B als erster – und bislang einziger – japanischer Hersteller die Trophäe an der Sarthe sichern konnten.
Auch die Bemühungen von Aston Martin, Lancia, Nissan und Toyota finden Beachtung – Nissan war dabei aber eher in der USA in der IMSA-GTP-Serie erfolgreich. Diese ähnelte dem europäischem Reglement sehr und viele Rennwagen wurde mit kleineren Anpassungen in beiden Serien eingesetzt.
Auch die Rennwagenkonstruktionen von Alba, Rondeau, Spice und Tiga werden in diesem Kapitel ausführlich beschrieben.

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– Die „Kleinen“ – Privatteams und Einzelkonstruktionen
Schließlich finden auch die weiteren Rennwagen eine würdige Betrachtung. Darunter finden sich zahlreiche private Engagements wie jene von Lotec, Kremer, Konrad oder auch Brun, Chevron und Cougar (später Courage).

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Abschließend werden alle Rennergebnisse der Gruppe C-Wagen mit Auflistung der Sieger in den einzelnen Rennen und die entsprechenden Sieger der Meisterschaften aufgeführt.

Der Autor Thomas Nehlert hat mit seinem ersten Buch ein beachtliches Debüt hingelegt. Mit viel Fingerspitzengefühl hat er ein Buch geschaffen welches sich auf die Autos und deren Entwicklung fokussiert und somit eine viel bessere Nähe zu den Fahrzeugen schafft als einzelne Rennberchte.

Ein Highlight stellt zudem das Interview mit den Renningenieuren Peter Falk, Walter Näher und Norbert Singer dar. Hier kommen hervorragende Anekdoten ebenso zu Tage wie technische Details.

Bibliografie: Gruppe C – Die Sportwagenrennen von 1982 -1992, Autor: Thomas Nehlert, 288 Seiten, 330 Fotos, 280 x 220 mm, gebunden mit Schutzumschlag, 49,00 €, Verlag: PETROLPICS, ISBN: 978-3940306142

Fotos: Petrolpics, Marco Rassfeld

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