Magazin – Motor Klassik Februar 2017

Die Februar-Ausgabe der Motor Klassik blickt auf viele klassische Automobile und stellt ihre Stärken und Schwächen vor. Im Editorial blickt Hans-Jörg Götzl auf die starken Preis-Schwankungen einiger Modelle und vor allem auf den rapiden Preisverfall der klassischen englischen Roadster, die mehr denn je günstig in der Anschaffung sind, da die Nachfrage eingebrochen scheint.

Neben der Freude am Fahren stellt für viele Kaufwillige auch der zu erwartende Wertzuwachs einen wichtigen Aspekt dar. Zu diesem Thema kann natürlich nicht mit absoluter Sicherheit in die Zukunft geblickt werden, aber die Motor Klassik stellt 12 Klassiker mit dem entsprechenden Potenzial vor. Die Auswahl stellt eine bunte Mischung dar und zeigt Modelle aus zahlreichen Sparten und unterschiedlichen Preisregionen. Folgende Klassiker werden mit einem Foto, einer kurzen Beschreibung und den wichtigsten Daten vorgestellt: Audi 100 Coupé S, Citroën 2CV4, VW Golf Country, Ferrari 250 GT Boano, Porsche G-Modell, Alpine A310 V6, Lamborghini Diablo, Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce, Riley 1 1/2, Lancia B24 Spider, Mercedes 250 CE und Porsche 914/4. So zeigen sich von Kleinwagen bis zum Sportwagen wirklich viele Möglichkeiten und die Preise spielen sich zwischen noch günstigen 8.500 Euro und exklusiven 1.380.000 Euro ab. Der Überblick kann sicher als ans Anregung verstanden werden um seinen Traum nochmals zu unterstreichen und mit einem möglichen Wertzuwachs noch schmackhafter zu machen.

In der Anfangszeit der Automobile stellten viele Hersteller lediglich Fahrgestelle mit der erforderlichen Technik her und überließ oftmals dem Kunden die Freiheit eine Karosserie nach seinen persönlichen Vorstellungen zu fertigen. Hier kamen dann die Karosseriebauer ins Spiel und Carrosserie Vanvooren war ein angesehenes Unternehmen aus Paris. Die Motor Klassik stellt das letzte Modell mit einer Karosserie vn Vanvooren vor – einen Delahaye 135 M aus dem Jahr 1950. Die Designer schufen eine sehr ansehnliche Coach Karosserie für den mit Rennsportgenen ausgestatteten Delahaye. Während einer behutsamen Restauration wurde der Urzustand wieder hergestellt und so kann sein Besitzer den klassischen Franzosen im seltenen Karosserie-Kleid genießen. Vanvooren stellte bis zu seinem Ende knapp 3.000 Spezialaufbauten her und war vor allem für ein Drittel aller Hispano-Suiza Karosserien verantwortlich. Aber auch Bugatti, Rolls-Royce und Bentley wurde im Pariser Chic eingekleidet. Ein wundervolles Automobil welches zur täglichen Entschleunigung sicher beitragen kann.

Das Saab einen kleinen Sportwagen produzierte ist nicht allen bekannt. Die mittlerweile nicht mehr existierende Automarke aus Schweden schuf mit dem Sonett einen vor allem für den amerikanischen Markt vorgesehenes Modell. In Deutschland wurde der Sonett nie offiziell angeboten, aber seit dem Moment und dem Thorsten Ziehm den seltenen Schweden zum ersten Mal sah war seine Begehrlichkeit geweckt. Ein US-Reimport sollte dann schließlich in einer aufwendigen Restaurierung wieder auf die Straße gebracht werden. Dabei stellten sich einige Probleme ein, die aber allesamt gut und professionell gelöst werden konnten. So entstand ein echter Exot auf deutschen Straßen und statt des ungeliebten Blau fährt der Sonett III heute in Rot vor, natürlich einem Original-Ton aus der damaligen Farbpalette. Für den ehemals vorgesehenen Einsatz als Teileträger war das Auto einfach zu schade, wie der Bericht zur Restauration sehr anschaulich darlegt.

Die Gruppe B schafft es auch heute noch eine große Portion Faszination auszustrahlen und eine Ausfahrt mit Markku Alén in seinem damaligen Einsatzfahrzeug macht eine Reise in die Vergangenheit möglich. Der Lancia Delta S4 war ein kompromissloser Rennwagen der durch die Homologationsauflagen auch als Straßenfahrzeug angeboten wurde. Das von Markku Alén gefahrene Fahrzeug ist eines von zweien die bei der RAC Rallye im Jahr 1985 die Rallyepremiere feierten. Damals war nachweislich Markku Alén auch am Steuer und erreichte einen viel beachteten zweiten Platz. Durch die Platzierung des Motors direkt hinter dem Fahrer und Beifahrer ergab sich eine Mittelmotor-Postion, die für eine sehr gute Gewichtsverteilung sorgte. Um die Leistung von zunächst 430 PS zu erreichen setzte Lancia auf die Kombination von Turbolader und Kompressor, zum Schluss waren sogar 480 PS möglich. Mit einem Lancia Delta S4 wurde Markku Alén im Jahr 1986 Vizeweltmeister, erst durch die nachträgliche Streichung des San Remo Resultats verlor Alén 20 WM-Punkte und Juha Kankkunen wurde mit dem Peugeot 205 T16 zum Weltmeister erklärt. Nach den Rallyeeinsätzen wurde der Delta S4 vor allem im Autocross noch erfolgreich eingesetzt und das vorgestellte Modell mit dem Chassis #207 wurde noch zweimal Autocross-Europameister.

Zudem finden sich in der Motor Klassik noch folgende Themen: ein Fahrbericht mit drei V8-Cabriolets in Form des Chevrolet Camaro 350 SS von 1969, Mercedes-Benz 450 SL von 1978 und Morgan Plus 8 von 1983, Porträt des Vorkriegs-Spezialisten Thomas Feierabend, die Leserwahl zum Motor Klassik Award 2017 und Pflegetipps für die Winterzeit. Ein weiterer Fahrbericht zeigt drei italienische Limousinen mit der Alfa Romeo Giulia 1300 Super, dem Fiat 124 Special und dem Lancia Fulvia Berlina, eine Ausfahrt mit einem Renault 5 Alpine durch die Rhön, die Service Station widmet sich dem BMW E30 mit M40- und M20-Motor und beim Sport fällt der Blick auf den Grand Prix Caracciola. Ein Report arbeitet den Preisverfall der englischen Roadster auf und zum Schluss sucht die Motor Klassik im Fahrbericht mit drei Porsche 356 den Besten aus den Typen A, B und C.

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Saab, Marco Rassfeld