Buch – Pontiac Firebird – 50 Years

In diesem Jahr kann der Firebird der inzwischen verblichenen Marke Pontiac seinen 50. Geburtstag feiern. Passend hierzu ist ein Buch im Motorbooks Verlag erschienen das zurückblickt auf das Pony Car, welches auf Basis des Konzernbruders Chevrolet Camaro entstand. Autor David Newhardt betreibt Ahnenforschung und liefert den Fans als Resultat ein Reise durch die Geschichte des Firebird.

Beim Blick auf das Buch fällt sofort der Adler auf dem Schutzumschlag sprichwörtlich glänzend ins Auge. Mit dem aufwendig umgesetztem Umschlag ist dem Verlag ein echtes Highlight gelungen, welches dem Buch einen tollen ersten Eindruck verschafft. Das Format ist klassisch und recht groß, so dass genügend Platz für großformatige Bilder vorhanden ist. Gleich zu Beginn zeigt sich ein klassischer Firebird der ersten Serie, gefolgt vom Adler und einer Innenraumaufnahme. Dann startet das Buch nach dem Inhaltsverzeichnins direkt mit dem Inhalt und dieser teilt sich in vier Kapitel auf. Dies ist den vier Generationen des Firebird geschuldet, die zwischen 1967 und 2002 produziert wurden. Zum Start eines jeden Kapitels zeigt das Buch eine Einführung in der die Hintergründe zur Entwicklung der entsprechenden Generation dargelegt werden. Zudem zeigt sich zu Beginn auch immer eine doppelseitige Abbildung eines Exemplares.

Die erste Generation stellte die Basis für eine der erfolgreichsten Modellreihe in der Geschichte von Pontiac dar und war als direkter Konkurrent zum Ford Mustang gedacht. Das er dabei die Basis von General Motors-Bruder Chevrolet nutzte, senkte natürlich die Kosten zur Entwicklung maßgeblich. Dennoch war eine gewisse Eigenständigkeit gegeben und der Pontiac war mit dem zweigeteilten Grill sofort als solcher zu erkennen. Pontiac optimierte den Camaro durch ein Einfluss von John DeLorean recht umfangreich und betrieb nicht nur reine Karosserie-Kosmetik. Am Heck waren die Rücklichter im Stil des GTO ausgeführt und vermittelten auch hier schnell die entsprechende Familienzugehörigkeit. Der Name Firebird wurde schon vorher von Pontiac für einige Showcars verwendet. In den 50er Jahren wiesen diese mit extravagantem Styling und Turbinenantrieb den Weg in die Zukunft. Im ersten Jahr gab es den Pontiac in gleich fünf Versionen und in zwei Karosserie-Varianten. Durch eine umfangreiche Aufpreisliste war es dem Käufer möglich viele Optionen nachzubestellen und auch die kleinste Version nachhaltig aufzurüsten. Das Buch stellte alle Versionen vor und blickt auch auf einige technische Details. Die weitere Entwicklung zu jedem Modelljahr kann der Leser ebenfalls verfolgen. Dazu kommen zahlreiche Bilder von einige Modelle die auch vielen Details zeigen.

Nachdem im Jahr 1969 der Trans Am als neues Spitzenmodell eingeführt führte, folgte schon im Jahr 1970 die zweite Generation des Firebird. Der Trans Am bildete bis zur Einstellung der Produktion bei Pontiac die Spitze des Firebird-Palette und verwies ursprünglich auf den Einsatz in Rennen der gleichnamigen Rennserie. Der neue Firebird war inspiriert von den Automobilen aus Europa und sollte den Erfolg des Pony Cars erweitern. Der stilisierte Vogel trug zum ersten Mal seine Flügel nach oben und tauchte beim Trans Am erstmals auch auf der Motorhaube auf, allerdings noch als relativ kleines Emblem vor den damals unverzichtbaren Streifen. Die in der ersten Generation noch eher dezenten Lufthutzen wurden immer großer und weisen auf die optionale Ram Air-Beatmung des Motors hin. Der Trans Am hatte die Luftöffnung zum ersten Mal nicht in Fahrtrichtung ausgerichtet. Stattdessen konnte der Fahrer durch das Fenster die Öffnung sehen. Zum Modelljahr 1974 bekam der Firebird ein deutlich geändertes Design und führte so den Pontiac in die Moderne. Der große Vogel auf der Motorhaube wurde nun schnell zum beliebtesten Extra und war vor allem beim Spitzenmodell Trans Am außerordentlich beliebt. Mit dem Film Smokey and the Bandit sorgte der Pontiac Firebird Trans Am für große Begeisterung. Mit Burt Reynolds am Steuer sorgte der schwarz-goldene Trans Am für viele Bestellungen bei den Händlern und alleine von der Special Edition zum Film wurden im Jahr 1977 13.706 Trans Am abgesetzt. Ein teilweise bis heute anhaltender Erfolg. 1979 änderte sich die Front nochmals und mit einem Sondermodell zu zehnjähriges Jubiläum des Trans Am startet Pontiac eine bis zum Ende laufende Reihe von Anniversary-Modellen.

1982 kam dann die dritte Generation des Firebird auf den Markt und diesmal konnte die Popularität des Pontiac Firebird durch einen Auftritt im TV gesteigert werden. Mit David Hasselhoff als Michael Knight kam der Firebird diesmal als Superauto K.I.T.T. auf dem Bildschirm und jagte die Bösen. Der Firebird verfügte in dieser Generation über eine ausgefeilte Aerodynamik und hatte eine hervorragende Windschlüpfrigkeit. Schon im dritten Jahr konnte der Firebird mit über 128.000 verkauften Exemplaren eine stattliches Ergebnis erzielen. Es sollte aber auch das beste dieser Serie bleiben. Ab 1986 wurde der Trans Am mit einem serienmäßig Aerokit ausgerüstet, welches die Optik nochmals mehr aus einem Guss erscheinen ließ. Und auch in nächsten Jahr wurde das Modell mit der Einführung des Trans Am GTA weiter und konsequent weiterentwickelt. 1989 war das Anniversary Modell zum 20. Geburtstag des Trans Am fast schon obligatorisch und bot den Käufern ein abermals voll ausgestattetes Automobil mit einer tollen Optik. Mit einer neuen Front konnte der Firebird dann 1991 aufwarten. Diese war im Design des Showcars Banshee angepasst und frischte den Firebird nochmals auf. Schon 1992 sollte aber das letzte Modelljahr für den Firebird der dritten Serie sein.

Auf der Detroit Autoshow im Jahr 1993 hatte die vierte und letzte Generation des Pontiac Firebird seine Premiere. Mit deutlich runderem Äußeren ging Pontiac mit der Zeit und war gut auf die 90er Jahre vorbereitet. Schon ab 1987 war der Firebird auch in der dritten Generation wieder as Cabriolet erhältlich und auch in der vierten Generation blieb diese Variante erhalten. Für ein performance-orientiertes Fahrzeug forderten die Kunden aber eher ein stabiles Coupé und das Cabrio spielte mit nur wenige Exemplare eine Nebenrolle. Im klassischen weiß kam auch die 25th Anniversary Edition des Firebird daher. Er verfügte sogar über weiße Felgen und ließen das Pony Car aus einem Guss erscheinen. Mit dem Firehawk hatte Pontiac nun eine weitere leistungsmäßig dem Trans Am überlegene Version im Angebot. Zunächst nur auf Basis des Formula konnte der Käufer im Laufe des Modellzyklus so bis zu 330 PS Motorleistung bekommen. Diese Option stammte vom Tuner SLP und war über die Pontiac-Händler erhältlich. Später war auch der Trans Am als Basis möglich. Die 30th Anniversary Edition des Trans Am war sogar als Pace Car bei den Daytona 500 im Jahr 1999 im Einsatz und bot wieder ein besonders Styling und eine komplette Ausstattung. Für 2000 erhielt der Firebird noch einmal eine optische Überarbeitung und mit der wieder verfügbaren Ram Air-Option wuchs den Firebird auch nochmals große Lufteinlässe auf der Motorhaube. Zum Produktionsende im Jahr 2002 brachte Pontiac noch die Collector’s Edition des Trans Am auf den Markt, ehe das Modell endgültig eingestellt wurde.

Fazit: Das Buch bietet eine tolle Reise durch die Produktionszeit des Pontiac Firebird. Ausgestattet mit eine großen Anzahl an Bilder, die oftmals das gleiche Modell mit vielen Details zeigen, bietet das Buch einen Überblick über viele Modelle des über 30 Jahre produzierten Sportwagens. Selbst einige Umbauten sind im Buch zu finden, Der Großteil der Abbildungen zeigt hierbei nachvollziehbarer Weise die Spitzenmodelle, die Basis-Version taucht nur selten auf. Dafür handelt es sich größtenteils um neue Aufnahmen, welche die Modelle sehr gut in Szene setzen. Die englischen Texte liefern dazu alle wichtigen Informationen zu den Modellen und die in den USA üblichen Anpassungen zu jedem Modelljahr lassen sich hier schnell herausfinden. Dazu folgt immer auch der Blick auf die Berichte der amerikanischen Presse und die entsprechenden Produktionszahlen. Eine tabellarische Statistik bietet das Buch leider nicht, hier wäre ein entsprechender Anhang sicher für viele Leser wünschenswert.
Technisch ist dem Buch durch den erstklassigen Schutzumschlag und die solide Verarbeitung ein gelungener Auftritt sicher.
Für umgerechnet knapp 40€ zeigt das Buch alles Wichtige zum Pontiac Firebird, der mit seinen Auftritt in Film und Fernsehen auch heute noch vielen bekannt sein dürfte. Sei es nun Bandit oder K.I.T.T., viele Fans träumen sicher von diesem Modell. Das durchaus große Portfolio des Firebird kann sicher begeistern und das Buch bietet hier die perfekte Basis.

Bibliografie:
Titel: Pontiac Firebird – 50 Years
Autor: David Newhardt
Umfang: 208 Seiten, 200 Farb- und 100 Schwarz-Weiß-Fotos
Format: 248 x 305 mm
Bindung: gebunden mit Schutzumschlag
Auflage: 01/2017
Preis: £35.00
ISBN-Nr.: 978-0-76035-042-3
Bestellbar beim Verlag unter: www.quartoknows.com

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Motorbooks, Marco Rassfeld

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