Comic – Michel Vaillant – Frauen und Motoren

Der fiktive Rennfahrer Michel Vaillant hat schon mit vielen Geschichten die Herzen den Rennfans höher schlagen lassen und der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag setzt die Neuauflage der alten Titel konsequent fort und setzt mit dem Band 25 und dem Titel Frauen und Motoren die Geschichte fort.

Zum Start des Titels findet man sich in einem abendlichen Empfang wieder, bei der die bevorstehende Hochzeit von Michel Vaillant und Françoise im großen Rahmen gefeiert wird. Wie so häufig lassen sich hier auch viele reale Menschen der Motorsport-Szene entdecken, allerdings sollte man hierbei bedenken, das der Comic schon aus dem Jahr 1974 stammt. Neben den vielen willkommenen Besuchern kommt auch ungebetener Besuch, welches aber ohne echte Folge bleibt. Interessant ist dafür die Geschichte vom ersten Einsatz eines Vaillant in Le Mans, an die sich Henri Vaillant erinnert. Die Tochter seiner ehemaligen Mitfahrerin erregt zudem gleich die Aufmerksamkeit von Steve Warson. Als Highlight des Abends kommt eine unverhoffte Überraschung für das Brautpaar mit der exklusiven Vorstellung eines neuen Vaillant-Modells mit dem Namen Françoise. Ein schnittiger Sportwagen, der ohne das Wissen von Michel und Françoise entwickelt worden war.

Nach dem Friede-Freude-Eierkuchen-Einstieg kommt man dann zu einer Sitzung bei Vaillant zur Planung der nächsten Rennsaison. Schon kurz später wird der Leser dann zur Eröffnung der Racing Show in Brüssel geführt, die von Michel und Françoise eröffnet werden soll, was für einen beeindruckenden Andrang sorgt. Hier trifft Michel sogar auf Prinz Albert, der später im echten Leben auch zum König gekrönt werden sollte. Ein erneuter Szenenwechsel blickt dann nach Villars-Sur-Ollon, bei dem sich die großen Starts des Rennsports ein winterliches Stelldichein geben. Hier trifft man sich abseits der Rennstrecke und deren Ernst zu einem gemeinsamen Urlaub, kann aber vom Wettbewerb nicht die Finger lassen. So treten die Fahren in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Man kann hier die Fahrer-Elite beim Schneemobil-Fahren, beim Rodeln, dem Skilanglauf und beim Skibob beobachten. Ein Highlight ist hier der stetige Zwist zwischen Steve Warson und Clay Regazzoni. Das Finale folgt am nächsten Tag bei einem Buggy-Rennen auf dem Eis.  Auch hier vermischen sich erneut Realität und Fiktion.

Währenddessen werden die Fahrer im Rallyesport schon bei der berühmten Rallye Monte-Carlo gefordert und selbstverständlich steht auch die Firma Vaillant am Start. Am Steuer des neuen Modells Cevert steht eine hochinteressante Fahrerpaarung mit dem Langstrecken-Ass Yves Douleac und der Deutschen Gabriele Spangenberg. Beide starten als Team mit der damals noch üblichen Sternfahrt von Frankfurt aus Richtung Monte Carlo. Beide sind noch jung und voller Elan und erregen das Interesse der Presse und stehen somit schnell im Mittelpunkt. Als der Cevert in Monte Carlo am Vorabend des Zusatz-Rennens das Ziel überquert, werden die beiden Fahrer von den Fotografen geradezu überrollt. Doch die herausgefahrene Postion lässt auf einiges Hoffen und am nächsten Abend folgt das extrem spektakuläre Nachtrennen rund um Monaco. Nach einem harten Kampf müssen sich Douleac und Spangenberg lediglich dem Lancia Stratos von Andruet geschlagen geben und erreichen einen fantastischen zweiten Platz.

Ein erneuter Szenenwechsel bringt den Leser dann zur Formel 1, in der Michel Vaillant sich echte Hoffnungen auf den Titel macht. Dabei wird er beim ersten Rennen in Argentinien von seiner frisch vermählten Frau Françoise begleitet, die ihre Angst während des Rennens zunächst noch unterdrückt und schließlich durch die Hilfe einer weiteren Fahrerfrau zumindest mildern kann. Diese Erinnerung an die Ängste machen ihr aber deutlich zu schaffen, obwohl sie diese nicht wahrhaben und nicht akzeptieren möchte. So tritt Michel bei den beiden folgendem Rennen in Brasilien und Südafrika ohne seine Frau an und kann sich durch weitere gute Platzierungen die Führung in der Weltmeisterschaft sichern. Schließlich folgt das Rennen in Barcelona und Michel wird hier erneut von Françoise begleitet. Diese wird im Zuge eines Unfalls aber erneut von Ihrer Angst übermannt und versucht diese aber weiter vor Michel geheim zu halten. Zum Schluss wird Françoise dann nochmal bei Großen Preis von Belgien an der Strecke sein, wo Sie einen schlimmen Unfall erleben muss, bei dem die stark ausgeprägte Hilfsbereitschaft der Fahrer deutlich wird.

Fazit: Das Band 25 bietet dem Leser gleich mehrere umfangreiche Stories, die an unterschiedlichen Standorten stattfinden und nicht immer was mit dem Rennsport zu tun haben. Wie in den Notizen zum Comic zu lesen, kann es bei der Erstveröffentlichung des Comic sogar dazu, dass die Hochzeit-Szenen entfernt wurden und Françoise nur noch selten zu sehen war. Sicher ist dies für einen klassischen Hau-Drauf-Renncomic eine ungewöhnliche Szene, aber dies zeigt auch ein wenig die Menschlichkeit. Der Band kann in jedem Fall mit viel Szenen und Personen aufwarten und bildet viele Handlungsstränge parallel ab, dass einem fast schon schwindelig wird. Zu Sehen gibt es aber in jedem Fall tolle Rennszenen, einige lustige und auch rührende Szenen. Ein sehr komplettes Comic der mit einem offenen Ende neugierig macht auf das nächste Band.

Bibliografie:
Titel: Michel Vaillant – Frauen und Motoren
Autor und Zeichner: Jean Graton
Umfang: 46 Seiten
Format: 210 x 297 mm
Preis: € 13,00
ISBN: 978-3-86462-146-8
Bestellbar beim Verlag unter: https://shop.mosaik.eu/

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Mosaik, Marco Rassfeld