Magazin – Porsche Klassik 02.2019

Die zweite Ausgabe des Jahrgangs 2019 der Porsche Klassik ist seit kurzem erhältlich und bietet viele interessante Berichte aus der Welt der klassischen Porsche. Der Delius Klasing Verlag kann mit dieser Ausgabe schon auf 16 Ausgaben zurückblicken, von den Spezial-Ausgaben mal abgesehen. Ein Überblick über die neueste Ausgabe …

Ein recht moderner 964 auf dem Titel der Porsche Klassik? Vollkommen zurecht!

Ungewöhnlich scheint für das Klassik-Magazin das Titelmotiv, welches ein augenscheinlich modernisierten Porsche 964 zeigt. Doch schon der Titeltext klärt direkt auf, dass es sich um den privaten 911 von Michael Mauer handelt, seines Zeichens Chefdesigner bei Porsche. Somit ist dieses besondere Fahrzeug auch ohne Frage einen intensiven Blick wert. So finden sich im Inhalt gleich 11 Seiten zu dem M1M, wie Mauer den Wagen getauft hat, wieder. Dabei gibt es auch wiederholt eine besonders bildgewaltige Darstellung, welches in den üblichen Magazinen oftmals zu kurz kommt. Diese Auslegung bekommt der Leser auch unmittelbar nach dem Aufschlagen mit gleich drei doppelseitigen Aufnahmen präsentiert. Dazu ein fast schon obligatorisches Zitat zu Beginn des Heftes, welches diesmal von Sean Connery stammt. Erst im Anschluss folgt das Inhaltsverzeichnis, welches der Orientierung dient.

Gleich drei neue und der echte Heigo-Porsche trafen sich im bayrischen Wald.

Nach dem schon erwähnten M1M zeigt sich dann das erste Modell in Form des 356 im Magazin wieder. Hierbei handelt es sich um ein 356 C, der fast 42 Jahre auf seine Wiederentdeckung wartete. Nach einer umfangreichen, zweijährigen Restaurierung steht das blaue Modell wieder wunderbar dar und erfüllt seinen Besitzer mit einigen nicht erahnten Überraschungen.
Ein motorsportliches Highlight bildet dann das Treffen von vier Heigo-Porsche, die an einen legendären Rallyewagen erinnern. Neben dem lange verschollen geglaubten Original, sind inzwischen drei neue, verbesserte Exemplare entstanden, welche mit dem aktuellen Stand der Technik nochmals verbessert wurde. Bei Treffen darf auch die Rallye-Legende Walter Röhrl nicht fehlen, ebenso wie der Vater des Heigo-Porsche Dieter Röscheisen.

Der 944 war ein heute oft unterschätzen Modell, welches sich lohnen kann.

In den News kann man neue Modelle, Bücher und Kalender entdecken, wobei man hier sicher auch schon an das kommende Weihnachtsfest denken kann.
Dann folgt eine ungewöhnliche Teilrestaurierung eines lange kaum beachteten Modells aus der Geschichte von Porsche. Der 944 war zwar schon immer angesehner als der 924, aber gegen die Ikone 911 schien der Transaxle-Porsche zumindest im Ansehen oftmals den Kürzeren zu ziehen. Bei einer möglichen Anschaffung steht für Interessenten immer die Frage im Raum, ob man schon ein sehr gut erhaltenes Exemplar ersteht oder für zumeist deutlich weniger Geld entsprechend Schlechteres. Im Artikel kann man eine dann notwendige Teilrestaurierung verfolgen, welche mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Zum Schluss zeigt sich ein erstaunliches Ergebnis, welches rein kostentechnisch auch ein gute Alternative darstellen könnte.

Echte Geschichtsstunde mit dem Typ 64, einem inoffiziellen Vorgänger von Porsche.

Nach einer kurzen Nachrede zum Tod von Ferdinand Piëch folgt eine Probefahrt im legendären Porsche 917, der passenderweise unmittelbar auf Piëch zurückzuführen ist. Hier spürt man, dass auch für den Redakteur ein Traum in Erfüllung geht, eine Legende der Motorsport-Geschichte fahren zu dürfen. Nachdem dann ein Blick auf den Speedster von Schüco vor allem die kleinen Leser neugierig machen wird, folgt ein Blick auf einen Ahnherr von Porsche. Mit dem Volkswagen-Rekord, zuweilen besser bekannt als Typ 64 legte man schon vor dem Krieg die Basis für einen Sportwagen auf Basis des Käfer. Der hochinteressante Artikel geht auf die Spur der drei gebauten Fahrzeuge und verfolgt mit detektivischer Genauigkeit deren Laufbahn. Dazu finden sich auch viele historische Aufnahmen wieder, welche den Artikel erstklassig unterstützen.
Doch keinesfalls ist das Magazin schon am Ende angelangt, denn es folgt noch ein Bericht über einen besonderen 356 Pre-A Cabriolet mit Aluminium-Karosserie, ein Blick auf dem Motor Typ 367, der doch nicht im 356 zum Einsatz kommen sollte und auch das Buch-Highlight von Ryan Snodgrass in Form des Turbo 3.0-Buch wird gewürdigt. Mit dem Sooner zeigt sich eine norwegische Alternative zum amerikanischen Singer, der Aufbau von alten Porsche im individuellen Kleid. Dann noch ein Blick auf das kommende Buch Type7 und auf eine Porsche-Sammlung in Neuseeland, ehe ein weiteres Buch in Form des Piëch-Autobiografie vorgestellt wird.

Fazit: Eine gelungene Mischung mit vielen klassischen Porsche und auch deren Geschichte oder gar modernen Interpretatioen bietet die neuste Ausgabe der Porsche Klassik. Nachdem sich das Magazin im Feld mit der 16. Ausgabe schon etabliert hat, kann der Leser aber immer wieder besondere Geschichten entdecken.

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Delius Klasing, Marco Rassfeld