Buch – Porsche 904

Der Porsche 904 war der letzte Rennwagen von Porsche, welcher auch regulär für den Einsatz auf der Straße zugelassen werden konnte. Zudem gilt er aber bis heute als einer der formal gelungensten Sportwagen aus Zuffenhausen. Im Delius Klasing Verlag erschien nun ein neues Buch, welches sich ausschließlich mit dem 904 auseinandersetzt.

Eine beachtliche Box bildet die Basis für zwei Bücher.

Dabei setzt der Verlag auf eine aufwendige Umsetzung und so präsentiert sich das Buch in einer hochwertigen Schmuckbox. Diese ist fast quadratisch ausgeführt und kommt dazu im beachtlich großen Format daher. Da der Bielefelder Verlag mittlerweile seit schon fast einem Jahr auf die Einschweißfolie verzichtet, wird hier mit Hilfe von zwei Siegellaschen die Kassette zusammengehalten. Einen fraglos sinnvolle und lobenswerte Entscheidung, welches das Umweltbewusstsein verdeutlicht. Die Siegellaschen hinterlassen nach dem Entfernen auch keinerlei Rückstände, so dass auch die Oberfläche in keinster Weise zerstört wird. So muss der Käufer keinerlei Einschränkungen beim Verzicht auf die Folie hinnehmen und wird so sicher die Entscheidung des Verlages begrüßen.

Ferdinand Alexander Porsche beim Entwurf zum Porsche Carrera GTS.

Doch zurück zum eigentlichen Buch, welches sich so in der gleichen Art präsentiert wie der durchaus gelungen Titel zum 959. Auf der Vorderseite findet sich eine tolle Aufnahme, welche großformatig einen schwarzen 904 aus der Vogelperspektive zeigt. Dazu findet sich lediglich noch der Porsche-Schriftzug, der Buchtitel und das Verlags-Logo wieder. Auf zwei der vier Seiten des Deckels findet sich dann auch nochmals die 904 wieder, so dass eine Identifikation im Bücherregal möglich ist. Der Boden der Box ist dann im schlichten Schwarz ausgeführt und vollendet so den eleganten Auftritt. Nach dem Öffnen der Box findet sich Transparent-Blatt wieder mit dem Hinweis auf die Limited Edition und dem nochmaligen wiederholenden Porsche 904-Schriftzug. Darunter stecken schließlich zwei Bücher, die sich zum Einen mit dem Text und zum Anderen mit dem Bildern über den Porsche 904 befassen. Diese Trennung hat den Vorteil, das sich die Ausführung der Bücher deutlich unterschieden kann und sich so auf den wesentlichen Bestandteil begrenzen können. So sind sowohl Format, als auch das verwendetet Papier und auch die Farbigkeit des Druckes unterschiedlich und natürlich ist es zudem noch etwas Besondereres.

Aktuelle Aufnahmen in interessanten Umgebungen setzen des 904 ins rechte Licht.

Das kleinere und kompaktere Buch ist in der Form eines Skriptes ausgeführt und dies lässt sich schon am Titel erkennen. Hier ist nur Schrift vorhanden, mit dem Zitat von Ferry Porsche „Der 904 leitete ein neues Kapitel ein“. Das Format von 170 x 230 mm ist hierfür sehr gelungen und liegt sehr gut in der Hand. Nach dem Aufschlagen findet man sich auch schnell beim Text wieder, der aus der Feder von Jürgen Lewandowski stammt. Dieser geht zunächst auf die Motorsport-Reglements ein, deren Änderung zum Jahr 1964 die Existenz des 904 ermöglichen sollte. So wollte die FIA ab sofort Fahrzeuge aus Kleinstserien in der GT-Klasse verhindern und verlangte eine Stückzahl von 100 hergestellten Exemplaren. Das Porsche schon immer eng mit dem Motorsport verbunden war und bis heute auch noch ist, war die Entwicklung eines passenden Modells leicht vorherzusagen. Passend dazu wurde der sehr kostenintensive und zugleich serienfremde Einsatz in der Formel 1 zum Ende des Jahres 1962 beendet. Ein entscheidender Faktor sollte beim 904, der offiziell Carrera GTS hieß aber der Motor sein. Zu Beginn plante man den Einsatz des neuen Sechszylinder-Motors auf Basis des kommenden 901 bzw. 911. Aber dieser war nicht rechtzeitig in einer konkurrenzfähigen Variante verfügbar und so setzt man weiterhin auch den bekannten Fuhrmann-Motor. Im Laufe seines Rennlebens fanden aber sowohl ein Sechszylinder- und sogar ein Achtzylinder-Motor den Weg in den Motorraum vom 904.

Auch ein Blick in die Produktion bleibt dem Leser keinesfalls vorenthalten.

Auch die besondere Karosserie des Porsche 904 wird noch eingehend beschrieben, ebenso wie die schnelle Entwicklungszeit und das Design aus der Feder von Ferdinand Alexander Porsche, besser bekannt als „Butzi“. Die elegante Erscheinung war schnell gefunden und der straffe Zeitplan ermöglichte sowieso keinen großen Änderungen. Für viele ist der 904 bis heute ein echtes Meisterwerk und die schlichte und zugleich elegante Erscheinung schmeichelt fraglos dem Auge. Jürgen Barth blickt dann noch zurück auf die Renneinsätze des 904 zurück, ehe die technischen Daten den Textteil abschließen. Da das Buch komplett zweisprachig ausgeführt ist, findet sich sowohl deutscher als auch englischer Text im Buch wieder, welche aber in diesem Fall sinnvoll komplett getrennt hintereinander wiederzufinden sind.
Der Bildband füllt dann das komplette Format der Schmuckbox aus und zeigt auf den Titel das selbe Motiv wie die Box. Auf der Rückseite findet sich ein weiteres, ebenfalls großformatig platziertes Bild des schwarzen 904 wieder und lässt so auf einen bildgewaltigen Inhalt hoffen. Nach einer kurzen Einleitung findet man sich dann zunächst im Unternehmensarchiv im Porsche Museum in Zuffenhausen wieder. Einige Plakate erinnern an die vergangenen Rennerfolge des 904, ebenso wie an das Luftgekühlt-Treffen für die der 904 auch als Aufmacher dienen sollte.

Weitere Bilder aus dem Archiv zeichnen die Entwicklung des Design nach und zeigen auch Konstrukionszeichungen. Ein Großteil der Aufnahmen sind hierbei zeitgenössisch und so zeigen weitere Aufnahmen auch einige Motoren, welche im 904 zum Einsatz kamen. Dann folgen Aufnahmen von Chassis 036 der stattliche 35 Rennen ohne Ausfall als Auszeichnung aufweisen kann. Die Fotos stammen von Stefan Bogner, der den 904 am Österreichring und dem Großglöckner in beeindruckender Art und Weise festgehalten hat. Die Aufnahmen sind dabei immer großformatig ausgeführt und lassen einen tollen Blick auf den Wagen zu. So kann man den 904 in seinem ursprünglichen Element erleben. Nach einem Blick in das Archiv des Zeitschrift hobby folgt eine weitere Stipvisite mit einem 904 auf dem Österreichring. Der schwarze 904 vom Titel zeigt sich hier in weiteren Aufnahmen und war ein ehemaliges Fahrzeug von Sir Stirling Moss, welcher zwei 904 mit seinem S.M.A.R.T.-Team einsetzte. Der Blick geht danach wieder ins Archiv und zeigt auch zahlreiche Renn-Aufnahmen, welche den Rennwagen in seinem bestimmten Metier zeigt. Auch die Pressevorstellung und ein Blick in die Produktion fehlen nicht, ebenso die Derivate des 904 Carrera GTS und die Kunstwerke zum Fahrzeug. Der Abschluss gebührt dem 904 Carrera GTS von Ferdinand Alexander Porsche, der heute wieder in seiner Heimat Zell am See in Österreich zu finden ist.

Fazit: Das Buch bzw. die Bücher in der ungewöhnlichen Box widmen sich dem Thema 904 auf einen interessante Art und Weise. So ist die strike Trennung von Text und Bild durch zwei Bücher ungewöhnlich und erscheint aber dennoch logisch. Die Texte klären mit viel Informationen über die Entwicklung- und Erfolgsgeschichte des Mittelmotor-Rennspotwagens auf und liefern alles Wichtige. Während dem großen Bildband der große Auftritt des 904 Carrera GTS dient. Mit einer gelungenen Mischung aus Archivmaterial und den Aufnahmen von Stefan Bogner erhält der Betrachter einen tollen Einblick und kann auch viele Details zum 904 entdecken. Einen unbedingten Tiefgang in viele technische Details sind hingegen nicht das Ziel des Titels.
Der Preis von 128 Euro ist sicher in vielen Teilen in der aufwendigen Umsetzung zu begründen. Diese kann aber auch überzeugen und macht das Bundle zum echten Ereignis. So werden Fans des 904 sicher schnell zuschlagen um sichr diese besondere Hommage an den Mittelmotor-Rennsportwagen zu sichern.

Bibliografie:
Titel: Porsche 904
Autoren: Jürgen Lewandowski, Stefan Bogner
Umfang: 224 Seiten, 155 Fotos und Abbildungen
Format: 296 x 311 mm
Bindung: Gebunden in Schmuckbox
Auflage: 10/2019
Preis: 128,00 €
ISBN-Nr.: 978-3-667-11676-5
Bestellbar beim Verlag unter: www.delius-klasing.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Simon Clay ©2015 Courtesy of RM Auctions, Marco Rassfeld