Buch – VW LT

Alle Modelle 1975 bis 1996 – liefert ein Buch aus den Heel Verlag und somit eine komplette Darstellung auf mehr als zwanzig Jahre Volkswagen LT. Der Lasten-Transporter war für die Kunden interessant, für die die klassischen Bullis zu klein waren. Somit hatte man die Konkurrenz von Mercedes und Ford ganz konkret im Blick und hiermit konnte man durchaus erstaunliche Erfolge einfahren …

Schon der Titel unterstreicht die Vielfalt der LT.

Das Buch kommt in ganz klassischen Hochformat daher und zeigt als Aufmacher-Bild ein Wohnmobil auf Basis des LT, solche sind selbst heute noch des Öfteren im Straßenverkehr zu beobachten und stellte eine Variante des LT dar. Drei weitere Bilder verdeutlichen die Vielfältigkeit des LT. Ob Feuerwehr, Doppel-Kabine mit Allrad-Antrieb oder eine einfache Pritsche – mit dem LT standen dem Käufer einige Möglichkeiten offen. Auch die Rückseite zeigt noch vier weitere Derivate des Volkswagen LT und der Klappentext bringt erste Hinweise über den LT zum Vorschein, so dass man einen ersten Eindruck zum für Volkswagen-Verhältnisse großes Nutzfahrzeug erhält. Das Buch verfügt noch über eine partielle Lackierung des Schriftzugs VW LT auf dem Titel und den Bildern auf der Rückseite. Leider ist der Effekt vor allem auf dem Titel kaum wahrnehmbar, lediglich beim Drehen des Buches im Licht lässt sich dieser erkennen. Unter dem Schutzumschlag ist das Buch mit den gleichen Motiven bedruckt und kann somit auch bei Verlust des Schutzumschlages problemlos erkannt werden. Auf der Klappe des Schutzumschlages kann man im übrigen noch eine kurze Vita des Autors entdecken.

Zeitgenössische Presse-Aufnahmen zeigen den LT im geplanten Einsatz.

Schnell findet man sich nach dem Aufschlages des Buches im Inhaltsverzeichnis wieder, welches die Unterteilung in zehn Kapitel offenlegt. Im Vorwort geht der Autor dann zunächst aber noch auf die Besonderheit des Volkswagen LT ein und warum das Modell so interessant ist.
Klare Kante in der Masse – Der LT und sein Weg lautet dann die Überschrift zum ersten Kapitel. Eine doppelseitige Abbildung einer zeitgenössischen Aufnahmen eines LT spricht zum Einstieg dabei für sich. Es folgt einen Darstellung zur Entwicklung des LT, der zunächst tatsächlich in einer Kooperation mit Mercedes-Benz geplant war. Aber schließlich sollte Volkswagen denLT dann doch alleine entwickeln und sich dabei auf die eigenen Stärken berufen. Nur vier Jahre nach der Vorstellung kam es aber doch noch zu einer Kooperation, diesmal allerdings mit MAN, die die Kabine auch für ihre Kleinlaster nutzten. In Brasilien wurde der LT zudem noch deutlich länger produziert und lieferte die Basis zum Modell Delivery. Neben den Design und den Aufbau stehen hier auch noch die Motoren im Fokus und auch die zeitweise schwierige Lage im Volkswagen Werk Hannover wird dargelegt. Es folgt auch ein Blick auf die Konkurrenz und ein Überblick der Stärken und Schwächen des LT mit denen die Verkäufer das Modell anpreisen sollten. Das Layout vom Buch ist dabei gleichfalls einfach aber auch stilvoll umgesetzt und nutzt zwei Spalten, was für einen bessere Lesbarkeit sorgt. Dazu finden sich viele Bilder wieder, welche immer wieder auch die Vielfältigkeit des LT vor Augen führen.

Unterschiedlichste Aufbauten waren möglich …

LT in aller Welt zeigt dann die Modelle, welche weltweit von LT verfügbar waren und der Text startet mit der IAA 1994. Korrekt gelesen, denn hier stellte Volkswagen den L80 vor, der ebenfalls die Kabine des LT nochmal in leicht modernisierter Form verfügbar machte. Dazu nutzte man die erst vor kurzem eingestellte G-Serie von MAN als Basis und importierte den L80 aus Brasilien. Hier wurde der 7,5-Tonner hergestellt und Volkswagen versuchte kurzzeitig dieses Modell auch auf dem hiesigen Markt zu verkaufen. Nach nur fünf Jahren war das Modell aber schon wieder aus den Preislisten verschwunden und war somit ein echter Flop. Vermutlich die meisten L80 kommen bei diversen Volkswagen-Händlern als Abschleppfahrzeug zum Einsatz, denn hier gab es besonders attraktive Konditionen. In Brasilien wurden schon früher auch größere LKW gefertigt, welche das Design der Kabine vom LT übernahmen, der Delivery war bis 2017 im Programm und ein direkter Enkel des LT.
Der LT als Bus war ein weitere besondere Abart des LT, hier gab es unterschiedlichsten Firmen, welche das Fahrgestell als Basis für Kleinbusse nutzten und einen durchaus großen Erfolg nachweisen konnten. Das Buch stellt die Firmen hier mit kurzen Porträts vor und somit kann man altbekannte Namen wie Auwärter oder Vetter entdecken. Das fraglos interessanteste Projekt aber war der Bus von Ikraus, namens 521 Midibus. Der ungarische Hersteller erhoffte sich viel von dem 521 und im Buch kann man gar eine Interview mit dem damaligen Konstrukteur entdecken.

Auch im Rallye-Einsatz zeigte der Volkswagen LT sein Können.

Der LT mit Blaulicht, dies war ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet des Volkswagen. Ob Feuerwehr, Krankenwagen oder Polizei – der LT war vielfältig einsetzbar und kommt auch heute noch bei einigen Ortsgruppen zum Einsatz. Ein schönes Beispiel liefert der LT von Deutschen Roten Kreuz Bad Breisig, der im ersten Leben bei der Feuerwehr „angestellt“ war. Viele Bilder in diesem Kapitel zeigen eine hohe Zahl an unterschiedlichsten Aufbauten mit dem LT als Basis.
Weitere Beispiele mit teilweise auch wirklich ungewöhnlichen Aufbauten finden sich im nunmehr schon fünften Kapitel. Ob Geldtransporter, Ladekran oder Sattelzugmaschine – nichts schien mit dem LT unmöglich und fast jeder Wunsch wurde erfüllt. Sicherlich vielen noch bekannt sind die Verkaufswagen, die teilweise auch heute noch auf den Wochenmärkten zu finden sind und ihren Besitzern treue Dienste leisten. Ob es hingegen Sinn macht des LT als Müllwagen oder Viehtransporter zu nutzen, sei mal dahingestellt. Aber die Anwendung war so vielfältig wie die Gedanken – nichts war unmöglich.
Ein weiterer Beweis wie zuverlässig der Volkswagen LT ist, zeigt ein Blick auf unterschiedliche Modelle, die größtenteils auch heute noch in der tägliche Nutzung unterwegs sind. So berichten berichten einige Besitzer über den LT als Messebus, als Pritsche beim Dachdecker oder als zweckmäßiger Umbau eines Feuerwehr-Fahrzeuges für einen mobilen Schlosser.

Als Wohnmobil ist der LT auch heute noch vielfach auf den Straßen zu entdecken.

Es gibt noch weitere Exoten auf allen Pisten, welche den LT als Basis nutzten So schuf Vetter eine Doppelkabine noch bevor sich das Werk dazu entschloss. Gemeinsam mit der Deutschen Post erprobte man schon 1981 den LT mit Elektroantrieb und Steyr-Daimler-Puch plante ein extrem geländegängiges Fahrzeug mit dem Noriker. Auch beim Einsatz in der Rallye-Szene bewies dem LT dank des persönlichen Einsatzes von Peter Seikel sein Können.
Eine auch heute noch recht große Verbreitung hat derVolkswagen LT auch als Wohnmobil, welche von diversen Herstellern aufgebaut wurde. Ob Karmann, Niesmann oder Westfalia – auch hier stritten viele namhafte Hersteller um die Kunden. Aber auch viele Eigenbauten zeigt das Buch mit einem hohen Individualisierungsgrad.
Es folgt noch ein Blick auf den täglichen Einsatz als mobiles Wohnheim ehe zum Schluss noch ein großen Datenteil sämtliche technische Daten der Volkswagen LT-Modelle ab Werk aufführt und das Buch abschließt.

Fazit: Der LT war die Basis für viele Aufbauten und machte in diversen Sparten seine Karriere. Die lange Bauzeit von über 20 Jahre ist ein klares Indiz für die ausgeklügelte Konstruktion, welche natürlich immer wieder modernisiert wurde. Das Buch liefert einen Überblick über die vielen Einsatzmöglichkeiten des Volkswagen LT und bringt hierzu eine große Anzahl an Bilder mit. Ein gelungener Blick auf ein Nutzfahrzeug über dem Bulli, welches bis heute die einzige Eigenentwicklung von Volkswagen in diesem Bereich sein sollte. Die Nachfolger entstehl gemeinsam mit Mercedes-Benz, was ursprünglich auch bei LT geplant war.
Zum fairen Preis von knapp unter 30 Euro erhält man einen groben Überblick über die Volkswagen LT-Modelle der ersten Generation mit vielen Berichten aus ersten Hand. Eine kurzweilige und interessante Lektüre, der aber ein wenig der Tiefgang fehlt.

Bibliografie:
Titel: VW LT – Alle Modelle 1975 bis 1996
Autor: Matthias Röcke
Umfang: 146 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Format: 215 x 303 mm
Bindung: Gebunden mit Schutzumschlag
Auflage: 05/2017
Preis: 29,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-95843-504-9
Beim Verlag unter: www.heel-verlag.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Kai-Uwe Knoth, Heel Verlag, Marco Rassfeld