Magazin – Motor Klassik August 2017

Beim Oldtimer-Grand-Prix im Jahr 1984 wurde die Erstausgabe der Motor Klassik vorgestellt und aus diesem Grund ist das monatliche Magazin mit dem, in diesem Jahr zum 45. mal ausgetragenen Rennen eng verbunden. Die Leser können davon direkt profitieren, denn der August-Ausgabe liegt neben einem Extra-Heft auch noch zwei Gutscheine bei. Hiermit erhalten die Leser 30% Rabatt auf ein Tagesticket und können auf die offizielle Cap nochmals 50% sparen. Aber die neuste Ausgabe bietet natürlich noch mehr Highlights …

Mit dem DeLorean DMC-12 wollte der Amerikaner John DeLorean das erste ethische Automobil erschaffen. Der ehemalige Spitzenmanager von General Motors wollte ein nachhaltiges Modell mit einem hohem Sicherheitsstandard Realität werden lassen. Das Endresultat ist eben der DMC-12, nach mehr als fünf Jahren intensiver Entwicklung wurde die Produktion schließlich in Nordirland aufgenommen, nicht ohne die Subventionen für den Bau einer neuen Fabrik zu nutzen. Die Motor Klassik stellt drei Besitzer des sehr ungewöhnlichen Fahrzeugs vor und stellt die Gründe für die Faszination des DeLorean beispielhaft vor. Schon vor 35 Jahren entdeckte Georg Neumaier den DeLorean und war sofort von dem Modell angetan. Die Ausführung aus unlackierten Edelstahl hatte es ihm dabei besonders angetan, schließlich arbeitet er im Vertrieb bei einer Firma die Deko-Artikel aus Edelstahl und Messing herstellt. Doch finanziell waren die Möglichkeiten noch begrenzt, so dass es bis 2004 dauerte, ehe er sich seinen Traum erfüllen konnte. Wie bei vielen Fans wurde die Begehrlichkeit auch durch die Zurück in die Zukunft-Filmreihe noch gesteigert. Als Romina Rupp den Film sah, dachte sie zunächst noch an ein extra für den Film hergestelltes Automobil. Nachdem sie aber von der Serienversion erfuhr, schaffte sie sich mit der Unterstützung ihres Vaters schon 1994 einen DeLorean an. Bis heute ist das Auto immer für eine große Show gut, schließlich begeistern auch die ungewöhnlichen Flügeltüren. Der dritte Besitzer ist Martin Badenhorst, der beruflich als Elektro-Ingenieur arbeitet. Er entdeckte den ungewöhnlichen Wagen in den USA und ist nach langer Suche seit 2002 stolzer Besitzer eines Exemplares. Dieses musste restauriert werden, wobei er herausfand das etwa 200 Teile einfach fehlten. Von den 8.553 produzierten Exemplaren glich fast keines dem anderen, oftmals wurde einfach improvisiert. Dies macht die Restauration nach Originalplänen noch schwieriger. Die drei Fahrzeuge zeigen sich alle im beneidenswerten Zustand und ihre Besitzer werden diese sicher so schnell nicht hergeben.

Ferrari waren schon früh in vielen Kreisen sehr bemerkenswerte Automobile und sorgten auf den Rennstrecken der Welt von Anfang an für viel Furore. Die zahlreichen Erfolge der Italiener sorgten für ein sportliches Image und viele zahlungskräftige Kunden erfüllten sich mit einem Ferrari ihren Traum. Dies ist eigentlich heute noch so und die Faszination ist ungebrochen. Dabei entstanden immer wieder auch Einzelstücke, die mit speziellen Karosserien versehen wurde und mit dem 166 MM/212 Sport Uovo stellt die Motor Klassik ein solches Modell vor. Das Unikat wird in Kürze von RM Sotheby’s versteigert und man darf schon gespannt auf das höchste Gebot sein. Hinter dem Uovo, zu deutsch Ei, steckt die italienische Familie Marzotto. Für die Mille Miglia im Jahr 1951 ließ sich Giovanni Marzotto auf Basis eines 166 MM Corsa Spyder ein windschnittiges Coupé bauen. Das Design dafür stammte von Franco Reggiani und die Karosserie wurde von Fontana und Padua verwirklicht. Warum der Ferrari den Beinamen Uovo bekam, erschließt sich jedem Betrachter auf den ersten Blick. So finden sich überall Rundungen mit denen eine maximal Windschlüpfrigkeit garantiert werden sollte. Schließlich wollte Marzotti seinen Sieg vom Vorjahr bei der Mille Miglia wiederholen, 1950 wurde der Giovanni mit gerade einmal 22 Jahren jüngster Sieger des Straßenrennens. Das Ziel erreichte der Uovo allerdings nicht, und auch beim zweiten Auftritt im Folgejahr sah das Auto nicht das Ziel in Brescia. 1954 wurde das Einzelstück dann in die USA verschifft und erhielt dort während seines Aufenthalts vermutlich mehrere Motoren. Zum Schluss war ein Motor aus dem Ferrari 212 eingebaut und gelangte wieder nach Italien, wo die beginnende Restauration im Jahr 1986 abgeschlossen wurde. Schön das eine solche Rarität mal vorgestellt werden, auch wenn die meisten wohl nicht die fünf Millionen Euro auf dem Konto haben um ernsthaft mitzubieten.

Ein deutlich günstigeres Fahrzeug stellt die Motor Klassik in der Service-Station vor – den Opel Manta B. Der oft gescholtene Sportwagen für’s Volk ist schon längst wieder etabliert und sein Manni-Image hat er abgelegt. Schon bei seiner Präsentation war der Manta ein erreichbarer Sportwagen für Jedermann und kann auch heute noch mit einem günstigen Preis punkten. Allerdings ist es eher schwierig ein Original-Exemplar zu finden, denn viele wurde auf unterschiedlichste Art und Weise getunt. Der Vorteil der Manta B ist bis heute ist einfache und zuverlässige Technik, die auch in anderen Modellen der Marke aus Rüsselsheim zum Einsatz kamen. So stellt die Ersatzteilbeschaffung niemanden vor ein Problem und selbst bei zwei linken Händen sind die zu erwartenden Kosten in einer Werkstatt übersichtlich. Die unterschiedlichsten Motoren, die im Manta B verbaut wurden haben dabei durchaus unterschiedliche Ansprüche, aber keiner stellt eine Werkstatt vor echte Probleme. Als Kenner des Modells berichtet Roland Barleben von den Stärken und Schwächen des Modells und dabei werden auch sämtlich Kosten dargelegt. Die Beeinflussung durch die Tuning-Maßnahmen werden, wie der dadurch mögliche Einfluss auf die Technik, vorgestellt. Wie immer ist die Service-Station so ein wichtiger Anlaufpunkt für die Interessenten und liefern wichtige Grundlagen zur Kaufentscheidung.

Die Nürburgring Classic waren in diesem Jahr ein großes Highlight zum 90. Geburtstags der Grünen Hölle. Auf den Tag genau, am 18. Juli, startete in diesem Jahr ein Wochenende voll mit unterschiedlichen historischen Rennwagen auf dem Nürburgring. Die Motor Klassik blickt auf das Mammut-Event und zeigt einige tolle Bilder davon. Schon als Aufmacher kann der BMW M1 und klassischer BMW-Lackierung die Leser begeistern und der Text liefert die entsprechende Geschichte dazu. So wollte das Vater und Sohn-Fahrergespann Heinrich mit dem bayrischen Supersportler das Rennen für klassische Tourenwagen und GT gewinnen und hatte auch sehr gute Chancen. Nachdem der M1 zu Beginn einen stattlichen Vorsprung herausfahren konnte, wurde er nach dem Fahrerwechsel aber noch von einem Porsche 911 Carrera RSR abgefangen und so feierten Edgar Salewsky und Wolfgang Destrée den Sieg. Das Programm war sehr vielschichtig und so wurde auch der Original Formel 2-Rennwagen von Jochen Mass im Renntempo auf dem Ring bewegt und wurde zum Schluss immerhin Vierter. Der Rennwagen hatte im Jahr 1973 mit Mass am Steuer den Vize-Europameistertitel erreicht. Dazu fanden auch alte DTM-Rennwagen den Weg in die Eifel und Roland Asch konnte dabei seinen ehemaligen Mercedes-Benz 190 E Evo 2 abermals im Renntempo bewegen. Leider schied er aber mit einem sich anbahnenden technischen Defekt aus. Einen Motorschaden wollte Asch nicht riskieren, so dass er sein Fahrzeug vorsorglich abstellte. Beim Elefantenrennen konnten dann die Rennwagen aus den Anfangsjahren des Nürburgrings diesen nochmal in Angriff nehmen. Gestartet wurde hier mit einem klassischen Le Mans-Start, bei dem die Fahrer über die Strecke zu den Autos sprinten mussten. Hier kamen neben tollen historischen Rennwagen auch viele ehemalige Rennfahrer in den Genuss des Rennfahrens.

Natürlich finden sich auch noch weitere Themen im Heft wieder: So vergleicht die Motor Klassik zwei Porsche 928 aus den Jahren 1979 und 1995, porträtiert den Literatur-Spezialisten Hans-Joachim Wiese und stellt die Alfa Romeo Giulietta im Modell-Check vor.  Für Einsteiger werden zehn Autos vorgestellt, mit denen man nichts falsch machen kann, im Fahrbericht zeigen sich gleich drei optimierte Triumph-Roadster, ein Report blickt auf die Paul Pietsch Classic und mit dem Fahrbericht eines Lancia D25 werden die Classic Days vorgestellt. Die Restauration blickt auf einen DKW F12 Roadster, ein Fahrbericht zeigt den VW Käfer und den Golf jeweils als Cabrio und schließlich zeigt ein weiterer Fahrbericht die damaligen Konkurrenten Mercedes-Benz 200 der Baureihe W110 und den Peugeot 404. Das beiliegende Spezial blickt dann auf 36 Seiten auf den kommenden AvD-Oldtimer-GP und stellt unter anderem einige der zu erwartenden Fahrzeuge vor.

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Archivio Foto Locci, Marco Rassfeld