Buch – Motor-Klassiker Rennwagen

Der Franzis Verlag komplettiert die Reihe der Motor-Klassiker mit dem dritten Band. Nachdem Band 1, der schon vorgestellt wurde folgte Band 2, welcher den Motorräder vorbehalten war. Nun stehen im Band 3 die Rennwagen im Fokus. Zuallererst aber natürlich deren Motoren, die fraglos ein wichtiger Bestandteil zum Erzielen von Rennerfolgen war. So stellen sich Die Herzstücke der Rennsportlegenden vor.

Stilvoller Titel mit eine Motorenlegende.

Das Buch kommt im gleichen Querformat daher, wie schon der erste Band und somit bildet die Reihe eine schöne Serie im Bücherregal. Das Titelmotiv zeigt einen Lotus 49, einen wegweisenden Formel 1-Rennwagen mit dem die Karriere des Ford-Cosworth-DFV-Motor startete. Dieser wurde einer der erfolgreichsten Motoren im Motorsport überhaupt und ist somit ein würdiger Vertreter für das Titelmotiv. Dazu ist die Aufnahme in einem eleganten Stil verwirklicht worden und setzt bewusst auch den Motor in die Mitte. Schnell lässt sich zudem erkennen, dass das Buch zweisprachig ausgeführt ist, neben deutschen Text ist auch englischer Text schnell zu entdecken. Nach dem Aufschlagen lässt sich schnell das umfangreiche, über drei Seiten reichende Inhaltsverzeichnis entdecken. Hier werden alle 81 Rennwagen aufgelistet, die sich im Buch wiederfinden lassen.

Einer der beeindruckendsten Formel 1-Rennwagen war der Ferrari 156.

Das Vorwort blickt dann zunächst zurück auf die Entwicklung der Motoren von den Anfängen des Motorsports bis zu seiner kommenden Zukunft. Das erste Rennen überhaupt fand schon 1894 statt und wurde von einem Dampfwagen gewonnen. Die Zukunft hingegen scheint in Richtung Elektromotor zu gehen und das hohe Interesse einiger Hersteller an der Formel E scheinen dies zu bestätigen. Es folgen dann zunächst noch kurze Danksagungen, ehe der erste Rennwagen die Bühne betreten darf. Es handelt sich hierbei um einen Opel aus dem Jahre 1914, der mit einem stattlichen 12,3-Liter-Motor ausgestattet war. Jeder Rennwagen wird auf zwei Doppelseiten vorgestellt, zunächst folgt ein Blick auf den Wagen selbst ehe der Motor die zweite Doppelseite für sich beanspruchen darf. Die textlichen Information sind zwar nicht besonders umfangreich, aber dabei überraschen informativ umgesetzt. Auch die wichtigsten Daten von Fahrzeug und Motor lassen sich jeweils wiederentdecken. Dazu ist jeweils eine der Doppelseiten immer mit Bildern von Fahrzeug und natürlich dem Motor belegt und zeigt unterschiedlichste Ansichten.

Ein Blick auf die Motoren ist bei diesem Buch obligatorisch.

Schon der zweite Rennwagen ist auch heute noch vielen Autofanatikern sicher bekannt, denn der Bugatti T35 ist nicht weniger als das erfolgreichste Rennauto aller Zeiten. Schließlich gelang mit dem damals sehr modernen Bugatti beeindruckende 2.000 Siege, wobei alleine die Targa Florio ab 1925 fünfmal hintereinander den T35 als Sieger erleben durfte. Zur damaligen Zeit besonders waren zudem die Leichtmetallräder, welche sogar die Trommelbremsen integriert hatten. Der Motor wurde vom T30 mit konsequenten Blick auf den Einsatz im Motorsport weiterentwickelt und leistete 95 PS aus 2 Litern Hubraum. Später wurde dieser für den Typ T35C erweitert und so erreichte der Reihen-Achtzylinder-Motor mit Kompressor bis zu 180 PS. Dies ermöglichte Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h.
Mit weiteren Modellen von Mercedes, Fiat, Alfa Romeo, Bugatti und BMW wird die Entwicklung in chronologischer Reihenfolge bis zum Einbruch des zweiten Weltkrieges dokumentiert.

Die Bandbreite der Klassen, aus denen Rennwagen vorgestellt werden ist beeindruckend.

Der Cisitalia 360 aus dem Jahr 1947 ging auf die Initiative von Piero Dusio zurück, der niemand geringeres als Porsche dazu beauftragte einen Formel 1-Rennwagen zu konstruieren. Diese neue Formel sollte ab 1950 gelten und man machte sich durch den frühen Start nach dem Krieg Hoffnung auf einige Erfolge. Das Projekt litt aber unter den finanziellen Schwierigkeiten Dusio’s, der 1950 schließlich nach Argentinien auswandern sollte. Erst 1952 konnte der Wagen hier an einem Rennen teilnehmen, fiel aber wegen technischem Defekt vorzeitig aus. Der nur 1.5-Liter große V12-Motor leistete beeindruckende 450 PS und war ein wahres Kraftpaket.
Auch der Alfa Romeo Tipo 159 und der Ferrari 500 kamen in den Formel-Klassen zu Einsatz und konnte einige Erfolge einfahren. Bis Ende der 60er Jahre schritt die Entwicklung rasant voran und viele beeindruckende Fahrzeuge finden sich hierzu im Buch wieder. Dabei beschränkt sich das Buch aber keinesfalls auf die Formel-Klassen, auch Sportwagen und GT-Fahrzeugen finden sich wieder.

Selbst der abschließende Erfolg von Opel in der ITC wird dokumentiert.

Die Ausrichtung der Rennwagen wurde im Laufe der Jahre immer spezieller. Während in den Anfangsjahren viele Sportwagen- und GT-Fahrzeuge auch für den Straßenverkehr zugelassen werden konnten, war dies spätestens aber mit der Einführung der neuen Rennklasse zur Saison 1969 nicht mehr möglich. Sowohl der Porsche 917 oder auch der Ferrari 512S waren rein weg für den Renneinsatz konzipiert. Dabei konnte vor allem der Porsche 917 nach einer Saison Anlauf die Konkurrenz in Grund und Boden fahren, so dass es zu einer erneuten Anpassung der Klassen kam und die Rennen wieder ausgeglichener gestalten zu können.
Bis ins Jetzt zeigen sich im Buch immer wieder beeindruckende Rennwagen, deren Auswahl als sehr gelungen gelten darf. Ob Formel 1, Sportwagen bzw. Prototypen, Gruppe C-Rennwagen, IndyCars, Tourenwagen, WEC oder Formel E, alles lässt sich im Buch entdecken.

Fazit: Das Buch bietet mit der tollen Auswahl der über 80 Rennwagen eine beeindruckenden Streifzug durch die vielschichtige Geschichte des Motorsports. Dabei stehen neben den Motoren aber auch die Fahrzeuge im Fokus und durch die kurzen, aber ungemein prägnanten Texte erfährt der Leser sicher noch das ein oder andere unbekannte Detail. Die dazu abgebildeten Bilder bieten einen passenden Rahmen, stellen aber keine wirklichen Überraschungen dar, denn die Motive sind zumeist bekannt. So bietet das Buch eine durch und durch solide und lesenswerte Umsetzung des Themas.
Für knapp unter 50 Euro ist das Buch durch die Vielfalt der Wagen vor allem für ein Einsteiger ein echter Tipp, aber auch eingefleischte Fans werden ihre Freude haben an dem Titel.

Bibliografie:
Titel: Motor-Klassiker – Rennwagen
Autoren: Michael Behrndt
Sprache: Deutsch, Englisch
Umfang: 336 Seiten
Format: 310 x 245 mm
Bindung: gebunden
Auflage: 10/2018
Preis: 49,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-645-60591-5
Bestellbar beim Verlag unter: www.franzis.de

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Franzis, Marco Rassfeld