Comic – Michel Vaillant – Rodeo auf zwei Rädern

Die klassischen Michel Vaillant-Bände werden mit viel Liebe nach und nach vom Mosaik Verlag wieder neu aufgelegt und nun füllt sich die nächste Lücke in der Reihe der ersten Staffel mit dem Band 20. Der Titel Rodeo auf zwei Rädern weist auch direkt auf den für Vaillant ungewöhnlichen Inhalt des Comics hin, denn diesmal sind die Motorräder im Fokus von Vaillant gerückt und somit enthält das Band durchaus einmalige Ansichten in dieser Reihe.

Zum Start machen sich Michel Vaillant und Francoise Labour in einem Vaillant GT auf dem Weg zu einem Draufgänger. Dieser ist an seinem Laden nicht anzufinden, aber durch einen Hinweis werden die beiden wenig später schon fündig und finden sich auf einem abgelegenen Gelände wieder. Hier treffen sie auf Joël Robert, eine Legende des Motorrad-Sports. Hier greift Graton wie häufig auf eine reale Person zurück, den Robert ist sechsfacher Motocross-Weltmeister und bei der Erstveröffentlichung des Bandes war er der schnellste Mann in der Szene. Von 1968 bis 1972 konnte Robert ununterbrochen die Weltmeisterschaft in der 250 ccm-Klasse feiern. Michel ist in Namen von Vaillant unterwegs und noch ein wenig geheimnisvoll wird er den Belgier um seine Dienste bitten. Ein paar Tage weiter kann man dann auf dem Parkplatz von Vaillant auch noch Jean-Pierre Beltoise entdecken, der mit seinem Matra angereist ist. Auch der Franzose war im Motorrad-Sport erfolgreich, noch bevor er sich auch in der höchsten Rennklasse des Automobilsports, der Formel 1, einen Namen machen konnte. Doch was möchte der Automobil-Hersteller Vaillant mit diesen zwei Motorrad-Cracks? Die Antwort lässt nicht lange auch sich warten.

Der Vater von Michel, erläutert in dem Gespräch vor Ort allen Beteiligten, dass die Firma auch in die Motorrad-Produtkion einsteigen möchte und hier zur Entwicklung die Fähigkeiten von Robert und Beltoise nutzen möchte. Dazu plant man einen große angelegten Einsatz in den unterschiedlichsten Rennen mit den Motorrädern. Schon kurze Zeit später findet sich Beltoise bei der Abstimmung der Rennmaschinen und Robert bei den Cross-Maschinen wieder. Dabei kommt auch Steve Warson ins Spiel, der sich schnell mit Robert ins Gehege kommt. Als man dann die ersten Renneinsätze mit den neuen Motorrädern plant möchten Robert und Beltoise ihr Können unter Beweis stellen und auch Michel wird mit von der Partie sein. Steve hingegen sieht sich aufgrund der Auseinandersetzung mit Robert gezwungen auf einem anderen Fabrikat gegen die Vaillant-Motorräder anzutreten. Schließlich hat er für solche Rennen keinen Vertag mit Vaillant. Der erste Wettbewerb ist schließlich ein Trail, bei dem es vor allem auf die Beherrschung der Maschine ankommt. Diese muss durch einen bestimmten Kurs im Gelände bewegt werden und durch Fehler wie das Aufsetzen mit dem Fuß sammeln die Fahrer entsprechende Fehlerpunkte. Steve taucht bei der Veranstaltung mit einer Harley auf und möchte den Vaillant-Fahrern, im speziellen Robert, sein Können beweisen. Am Ende landet der Amerikaner allerdings im Wasser. Doch auch die anderen patzen und selbst der Virtuose Joël Robert kann sich mit dem eher bedächtigen Sport nicht anfreunden.

Das nächste Rennen muss Beltoise passen und schließlich wird Steve mit Joël und Michel bei ersten Motocross-Rennen für Vaillant im Sattel einer Vaillant-Maschine sitzen. Er möchte es vor allem immer noch Joël zeigen und sein Können unter Beweis stellten. Der Auftritt von Michel und Steve sorgt für einen besonderen Zuschauerzuspruch und während Joël das Feld dominieren kann, lässt es Michel er vorsichtig angehen. Steve hingegen ist voller Elan und rutscht schließlich aus. Durch die Hilfe der Zuschauer kommt er wieder ans Laufen, aber landet sehr unglücklich erneut in einem Wasserloch. Dabei nimmt er es witzigerweise sogar mit dem Autor auf und fragt ob dies nun erneut notwendig war. Das nächste Ziel muss dann aber trotz allen Ärgers im Fokus stehen, denn Vaillant plant eine Tour zur Präsentation der Maschinen in den USA. Auf dem Flug kommt es zu einer weitere lustigen Szenen, in der diesmal Steve Joël sein Können auf einem ganz anderen Gebiet aufzeigt.

Joël ist in den USA schon bekannt durch seine vorherigen Auftritte und trifft auf bekannte Gesichter, welche in den besonderen Sportarten echte Koryphäen sind. Diese erinnern sich aber nicht im Guten an die vergangenen Rennen mit Joël zurück, denn dieser konnte hier seine Fähigkeiten erfolgreich unter Bewies stellen. Es folgen diverse unterschiedlichen Rennveranstaltungen mit dem Motorrad, die allesamt verschiedene Anforderungen haben. Dabei zeichnete Graton mit viel Liebe zum Detail tolle Szenen und war augenscheinlich von der Motorrad-Szene sehr angetan. Natürlich können die drei am Ende einige Erfolge einfahren und somit gute Werbung für die Vaillants machen. Zurück in Europa kommt es dann zum Rennen auf der klassischen Rennstrecken mit den Rennmaschinen und statt Robert ist diesmal Beltoise im Team Vaillant. Michel stürzt dann aber im Rennen, was Henri auf den Plan ruft der sowohl Michel und Steve mit entsprechenden Konsequenzen droht …
Die interessanten Notizen zum Band 20 liefern dann zum Schluss wieder eine Menge an weiterführenden Informationen rund um den Band und der Leser kann einiges entdecken.

Fazit: Die ungewöhnlichen Motorräder mit denen Michel und seinen Mitstreiter im Band 20 antreten, bleiben in der Reihe ein einmaliger Auftritt, denn alle vorherigen und folgenden Bänder sind eindeutig dem Automobil verschrieben. So bleibt der Band ein interessanter Seitenblick auf eine umfangreiche Szene, in denen viele unterschiedliche Wettbewerbe stattfinden und auch vorgestellt werden. So ist der Band auch für die Automobil-Liebhaber von Vaillant einen Blick wert, wer mehr von den zweirädrigen Fahrzeugen möchte sollte sich die Serie Julie Wood von Jean Graton angucken, die ebenfalls im Mosaik Verlag erhältlich ist.

Bibliografie:
Titel: Michel Vaillant – Rodeo auf zwei Rädern
Autor und Zeichner: Jean Graton
Umfang: 44 Seiten
Format: 210 x 297 mm
Preis: € 13,00
ISBN: 978-3-86462-144-4
Bestellbar beim Verlag unter: https://shop.mosaik.eu/

Text: Marco Rassfeld
Fotos: Mosaik, Marco Rassfeld