Buch – The last Shelby Cobra

My times with Carroll Shelby – Die Buchauswahl über das Werk von Carroll Shelby ist durchaus beachtlich und unterstreicht den hohen Stellenwert des ehemaligen Rennfahrers für die amerikanische Automonil-Industrie. Hier ist natürlich vor allem die Auswahl an englischsprachiger Lektüre groß und ein neues Buch stammt von englischen Veloce Publishing. Hierbei geht es im besonderen um die letzten Jahre von Shelby, welche er zusammen mit dem Autor des Buches, Chris Theodore, verbrachte.

Das Concept Car zur neuen Cobra wirkt auch heute noch begehrenswert.

Schon auf dem Titel lässt sich dann die Reinkarnation der klassischen Cobra wiederentdeckten. Das Ford Shelby Cobra Concept wurde 2004 auf der Detrioter Auto Show vorgestellt und lässt sich im Bild mit Carroll Shelby am Steuer entdecken. Dies Bild ist, wie man im Verlauf des Buches erfährt, das Lieblingsmotiv des Autors, welcher in seiner Laufbahn zum Vertrauten für dem legendären Texaner wurde. Auch die Rückseite zeigt nochmals das Konzeptauto mit Carroll und verzichtet auf einen klassischen Klappentext. Stattdessen findet sich nur ein Satz wieder und eine Auflistung einiger Modelle, die im Buch thematisiert werden. Diese alleine reichen aber für viele Fans um ohne weiteres Überlegen zum Buch zu greifen. Auch dies sagt schon eine Menge über die Strahlkraft der Modelle von Shelby aus und deren Position in der Geschichte des Automobils. Das Buch selbst ist recht kompakt ausgeführt, aber hat ein Hochformat gegenüber dem bei Veloce oft verwendeten quadratischen Format. Der Schutzumschlag verbirgt ein Buch welches mit klassischen Feinleinen in Schwarz bezogen wurde und auf dem Rücken eine Heißfolierung mit Titel, Autor und Verlag auszeichnet. Als Eyecatcher ist der Vor- und Nachsatz mit je einem Shelby Mustang bedruckt. Passenderweise zum Start ein klassisches Modell und zum Ende ein Modernes.

Die Dodge Viper wurde auch durch den Einfluss von Carroll Shelby zum Erfolg.

Neben dem Inhaltsverzeichnis findet sich aus das Vorwort von Aaron Shelby wieder. Der Enkel von Carroll macht schon hier dem Leser bewusst, dass diese Buch nicht von den frühen Erfolgen seines Großvaters handelt, sondern vielmehr von seinen Projekt ab dem Ende der 80er Jahre. Hier gibt es aber ohne Frage ausreichend zu berichten, denn nach wie vor war er bei den großen Automobilhersteller aus Detroit ein gefragter Mann. In Prolog blickt dann Autor Chris Theodore auf die Entwicklung des Buches zurück, in der sich seine tiefe Verbundenheit zu Carroll ausdrückt. In der Danksagung führt er dann noch die wichtigsten Hilfen zur Erstellung des Titels auf, ohne die das Buch kaum möglich gewesen wäre.
Im ersten von insgesamt zwölf Kapiteln blickt das Buch dann aber doch noch zunächst auf die Karriere von Carroll Shelby zurück und zeigt auch zeitgenössische Bilder als Rennfahrer und den wichtigsten Modellen wie der Cobra, dem Ford GT und den klassischen Shelby Mustangs.
Kapitel 2 trägt dann die Überschrift The Legend and a new Snake und blickt zurück auf die Zeit von Shelby und Theodore bei Chrysler. Hier war Shelby verantwortlich für spezielle Modelle wie den Dodge Omni GLH und GLH-S, die als Kompakte mit viel Power für Aufsehen sorgen konnten und heute gesucht sind. Doch mit der Viper kam ein wirklicher Sportwagen auf Shelby zu, welcher nach klassischen Art wie eine Cobra angegangen wurde.Dieser wurde so erfolgreich, dass er später auch in zahlreichen Rennen erfolgreich war und so auch diese Story der klassischen Shelby Cobra weiterschreiben konnte.

Mit dem Concept Shelby GR1 erinnerte man auch an den legendären Daytona.

Carroll war bei Chrysler gelandet, weil sich Ford mit ihm in Vorgang überworfen hatte und man kein Verhältnis mehr zueinander hatte. Dabei war die Geschichte doch so erfolgreich. Durch Umstrukturierung bei Chrysler, die auch mit der Fusion mit Daimler zusammenhingen, zog es auch Chris Theodore zu Ford. Hier machte er sich nach und nach an die Aufgaben die sportliche Geschichte der Marke wieder zu beleben. Unvermeidbar war dabei, dass sich Shelby und Ford wieder auf eine Zusammenarbeit einigen konnten. Nach und nach wurden so die Projekte, die im Buch in chronologischer Reihenfolge ausgearbeitet werden, verwirklicht. Nach dem diese Umstände im dritten Kapitel erläutert werden, folgt schließlich ein Blick auf das Projekt Petunia. Hinter diesem unscheinbaren Projektnamen steckt nicht weniger als die Reinkarnation des Ford GT. Schon beim ersten Modell aus den 60er Jahren hatte Carroll Shelby einen Anteil an Erfolg auf den internationalen Rennstrecken und auch diesmal war die Einschätzung von Carroll Shelby wichtig, Aus erster Hand kann der Leser hier die Entwicklung des Mittelmotor-Sportwagens nachverfolgen, bei dem Theodore am Ende gar über den Namen GT glücklich war. Die ursprünglich, geplante Bezeichnung GT 40 war geschützt, fand aber in der Vergangenheit auch erst später seinen Platz an dem Modell.

Der Mustang wurde durch den Einfluss von Shelby wieder
zu einem ernstzunehmenden Sportwagen.

Codename: Daisy lautet dann die Überschrift zum fünften Kapitel. Hinter diesem Namen verbirgt sich nach dem großen Erfolg des Ford GT die nächste Reinkarnation in Form eines Concept Cars. Sowohl Theodore als auch Designer J Mays hatte hier die gleiche Idee mit dem Neuschaffung der legendären Cobra. Dieser sollte auf der kommenden Autoshow in Detroit vorgestellt werden um auch die Möglichkeit einer Serienproduktion auszutesten. Hier lassen sich schon zu Beginn auch schon kleine Anekdoten aus dem Schaffen mit Carroll Shelby finden. So lässt er auf einer Ausfahrt mit einem 2003er Mustang SVT Cobra einen siegessicherern Porsche-Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Bei dieser Ausfahrt fegte Carroll mit James Coletti auf dem Beifahrersitz mit über 200 km/h über den Freeway und erläuterte ihm später, dass er nicht mehr so gut sehen können. Das Entsetzen war groß und man kann sich das Gesicht des Ford-Ingenieurs sehr gut vorstellen. Das Projekt nahm nach und nach Fahrt auf und statt dem im Ford GT verbauten V8-Motor schuf man gar einen V10 um die Leistung nochmals deutlich zu erhöhen. So wurden aus 550 PS mehr als 600 PS und die Fahrleistungen sollten über jeden Zweifel erhaben sein. Der Aufwand für dies Concept Car waren sehr hoch und zielten schon auf eine späteren Serienfertigung, die aber aufgrund der Finanzkrise nicht verwirklicht werden konnte. Neben dem sehr informativen Text finden sich in diesem Kapitel auch viele Bilder aus der Entwicklung wieder, welche diesen Aufwand dokumentieren. Wie erwartet wurde das Concept Car ein voller Erfolg und auch zum Car of the Show gewählt.

Der Tod von Carroll Shelby war für viele Fans ein Schock.

Es folgen noch weitere fünf Kapitel, welche die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit von Shelby und Ford dokumentieren. So steht nach der Cobra auch das Daytona Coupé als Concept Car an und wird schließlich als Ford Shelby GR1 ebenfalls noch im Jahr 2004 erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Hierzu wählte Ford nicht eine der üblichen Messen, sondern die elitäre Autowoche in Pebble Beach. Hier wurde zwar nur das Clay Model vorgestellt, aber die Form war sehr gelungen. Das funktionsfähige Concept Car hatte dann 2005 in Detroit seine Premiere und Ford sorgte so im dritten Jahr in Folge für eines der Highlights der ersten Automesse im Jahr.
Nachdem der Mustang im Modellprogramm von Ford schon in der zu dieser Zeit angesagten Retro-Form vorgestellt wurde, war es nur eine Frage der Zeit bis diese als Shelby vorgestellt wurden um die Spitze des Modellpalette darzustellen. Hier gab es zunächst noch Schwierigkeiten mit den Namensrechte, welche aber geregelt werden konnten. Projekt Condor war der Arbeitstitel zum Shelby Mustang.
Des Weiteren finden sich noch Infos zu geplanten Verbesserung des Ford GT, die auch heute noch nicht abgeschlossen Entwicklung des Super Shake II und die Projekte von Shelby American im Buch wieder. Mit dem Tod von Carroll Shelby hört selbst das Buch gefühlt kurz inne, ehe als Abschluss der Erwerb des Ford Shelby Cobra Concept durch den Autor dokumentiert werden kann.

Fazit: Das Carroll Shelby eine Legende der Automobil-Branche ist, ist unumstritten. Während eine Großteil der Lektüre hierzu sich um die klassischen Modelle bewegt, zeigt dieses aktuelle Buch seine letzten Projekte von der Dodge Viper bis zum Ford Mustang. Dabei kann der Autor zu diesen Modellen als unmittelbar Beteiligter viele interessante Informationen aus erster Hand beitragen, welche sicher auch für die Shelby-Kenner neu sein dürften. Dabei stehen neben den Automobilen von Carroll Shelby auch seine Persönlichkeit im Mittelpunkt. Die reichliche Bebilderung zeigt zwar oft kleinformatige Abbildungen, kann aber mit einer guten Mischung aufwarten.
Zum Preis von umgerechnet knapp 40 Euro ist dieses Buch ein absolutes Muss für jeden Auto-Interessierten. Denn wie die Cobra oder der Ford GT zu den Highlights der Autogeschihcte gehören, ist dieses Buch durch viel Insider-Informationen sehr zu empfehlen.

Bibliografie:
Titel: The last Shelby Cobra – My times with Carroll Shelby
Autoren: Chris Theodore
Umfang: 160 Seiten, 180 Bilder
Format: 250 x 207 mm
Sprache: Englisch
Bindung: gebunden mit Schutzumschlag
Auflage: 09/2019
Preis: £35.00
ISBN-Nr.: 978-1-787114-50-0
Bestellbar beim Verlag unter: http://www.veloce.co.uk

Text: Marco Rassfeld
Bild: Ford, Marco Rassfeld